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Die Welt, wie wir sie kannten...

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#1

Beitragvon MartyMcFly » Mi 18. Mär 2020, 00:04

...hat sich von heute auf morgen geändert, für uns alle.

In diesen Zeiten sehen wir, wie fragil und verletzlich unsere Gesellschaft ist, aber auch wie anpassungsfähig sie ist und wie die Menschen plötzlich verzichten können, wenn sie -müssen-. Und dann ist es auch eine Chance für jeden Einzelnen umzudenken, was wirklich wichtig ist im Leben.

Und diesmal ist es keine Serie, keine Sliders Folge, kein Film, ĂĽber die wir reden, sondern die Wirklichkeit, aber es fĂĽhlt sich (noch) sehr surreal und unwirklich an.
Es sind soviele Gedanken derzeit, sovieles mĂĽsste man niederschreiben und ĂĽber vieles gibt es zu reden.
Wir sind im "Notbetrieb" und das wohl noch lange und ich bin traurig ĂĽber die derzeitige Situation. Haltet durch.

Ich wĂĽrde mir freuen, wenn unser Kernteam hier wieder zusammenkommt.

Aber das wichtigste ist, bleibt gesund und passt auf euch und auf eure Liebsten und Mitmenschen auf. Beherzigt "Social Distancing" um Leben zu retten. Nehmt es ernst.


"Am Ende kommt es nicht drauf an, ob du die Welt verändert hast, sondern wie viele Welten du verändert hast."

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#2

Beitragvon Sponskonaut » Mi 18. Mär 2020, 07:37

Sei gegrĂĽĂźt, lieber Marty!

Ich hatte vorhin tatsächlich auch schon einen Beitrag angefangen, dann aber pausiert, weil ich noch was anderes schreiben musste. Aber es freut mich ungemein, wieder von dir zu lesen! [yeshappy]

Tja, zur aktuellen Lage könnte ich mich stundenlang auslassen... Jedenfalls macht sich in solchen Ausnahmesituationen der wahre Charakter vieler Menschen bemerkbar. Teilweise bringt er das Beste im Menschen hervor, teilweise aber auch das Schlechteste. Mit Letzterem will ich mal anfangen: Es geht schon bei den Hamsterkäufen los. Kein Witz, ich bin jetzt seit zwei Wochen auf der Suche nach einer (!!!) Dose Linseneintopf. Meine Frau ist momentan bei ihrer Mutter, was für mich immer eine Zeit ist, in der ich nicht koche, weil es sich für mich allein kaum lohnt. Da muss dann eben hin und wieder ein Doseneintopf her. Aber die Leute kaufen echt alles weg, ohne ihre Mitmenschen zu denken: Nudeln, Konserven und... Klopapier. Kann mir das mal einer erklären? Wieso horten die Leute verdammt noch mal Klopapier? Da muss ich unweigerlich an die Philippinen und andere asiatische Länder denken, in denen es gar kein Klopapier gibt. Die haben dann neben jeder Schüssel so eine Handdusche, mit der man richtig sauber wird. Und was meinen diese "Prepper" eigentlich, was passiert? Die Apokalypse? Als ob man die mit fünf Dosen Erbsensuppe überleben würde...

Weiter geht es mit den Vollidioten, die einfach nicht einsehen oder verstehen wollen, was "Social Distancing" bewirken soll. Da wird dann weiter munter in Cafés gegangen, Schulter an Schulter mit anderen rumgesessen - und darauf gesch*****, was aus seinen Mitmenschen wird. Leute, geht's noch? Da wundert es nicht, dass Macron nicht nur so ein drastisches Mittel, sondern auch auf eine drastische Rhetorik zurückgreifen musste. Die Leute scheinen es nicht zu verstehen, wenn man nicht gleich ein paar erschreckende Schlagworte benutzt. Aber es ist halt mal so schönes Wetter, das man noch schnell nutzen muss, bevor einem alles "verboten" wird... Aber okay, es gibt ja auch positive Beispiele, wenn z.B. jüngere Leute für die Risikogruppen einkaufen gehen und damit eben nicht nur an sich selbst denken. Nur fällt das unmögliche Verhalten vieler Mit"menschen" eher auf. Dabei wäre es so einfach: Wenn nciht unbedingt notwendig, zu Hause bleiben, ganz normal einkaufen und das beherzigen, was Virologen und andere Fachleute empfehlen. Bin gespannt, wie sich das alles noch entwickelt.

Tja, es wird sich sicherlich einiges ändern, sowohl im sozialen Miteinander als auch wirtschaftlich. Und von einem "back to normal" sind ohnehin noch meilenweit entfernt. Wir haben ja noch nicht mal den Peak dieser globalen Katastrophe erreicht. Ich persönlich schwanke irgendwo zwischen Hoffnung und Desillusioniertheit und habe vor allem Sorge um meine Mutter, die ich jetzt schon gute drei Wochen (aus Vorsicht) nicht mehr besucht habe. Sie zählt mit ihren 82 Jahren und ihrer Vorerkrankung nun mal zur Risikogruppe, und ich bin mit meinen Allergien und meinem leichten Asthma auch nicht minder gefährdet. Wenigstens habe ich das Glück, als Freiberufler und Selbstständiger von zu Hause aus arbeiten zu können.

Nun denn, wir werden uns hier ja sicherlich noch weiter austauschen. Bleibt jedenfalls alle gesund, passt auf euch und eure Lieben auf - und lasst uns unsere kleine Community gerne wieder aufleben! Ist in dieser schweren Zeit sicherlich nicht das Verkehrteste.


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#3

Beitragvon MartyMcFly » Do 19. Mär 2020, 13:13


Sponskonaut hat geschrieben: ↑
Mi 18. Mär 2020, 07:37
Klopapier. Kann mir das mal einer erklären? Wieso horten die Leute verdammt noch mal Klopapier? Da muss ich unweigerlich an die Philippinen und andere asiatische Länder denken, in denen es gar kein Klopapier gibt. Die haben dann neben jeder Schüssel so eine Handdusche, mit der man richtig sauber wird. Und was meinen diese "Prepper" eigentlich, was passiert? Die Apokalypse? Als ob man die mit fünf Dosen Erbsensuppe überleben würde...

Eine Theorie, die ich gehört habe, ist: Da dieses Virus in unsere "Intimsphäre" eindringt und somit das Bedürfnis auf Sauberkeit und Hygiene steigt, horten viele auch Klopapier...Aber viel mehr ist es der Herdeneffekt, jemand sieht, der kauft soviel Klopapier und die Regale sind fast leer...jetzt muss ich auch unbedingt mich bevorraten....
Vergangenen Freitag war dieser Hamsterkaufwahnsinn extrem arg, aber hier ging diese Angst von den (un)sozialen Medien aus, "morgen sperren die Geschäfte zu", etc...Und auch der Effekt, jemand postet dann leere Regale, hat(te) dramatische Auswirkungen...
Ich habs am Freitag selbst erlebt, eine junge Nachbarin hat einer älteren Nachbarin erzählt, morgen sperren die Geschäfte zu, jetzt müssen wir uns eindecken...diese habe ich dann aufgelöst und ängstlich getroffen, sie hat kein Auto, sie kann nicht soviel einkaufen, etc., versuchte sie zu beruhigen. Aber ja, trotzdem steckt einem das auch ein bisschen an, aber Ruhe bewahren hat immer geholfen. Und ich habe mir gedacht, diese Angst und Hysterie ist das eigentliche Ansteckproblem, dass dann wirkliche Probleme verursachen kann. Schaltet doch euer Hirn ein! Und ich selber hab ja gewusst, die Behörden haben versichert, dass die Lebensmittelversorgung gewährleistet ist und sein wird. Darauf vertraute ich und auf meine seriösen Medien (aber dazu später). Am nächsten Tag war es schon wieder ruhiger und mittlerweile hat sich jeder darauf eingestellt.

Sponskonaut hat geschrieben: ↑
Mi 18. Mär 2020, 07:37
Jedenfalls macht sich in solchen Ausnahmesituationen der wahre Charakter vieler Menschen bemerkbar. Teilweise bringt er das Beste im Menschen hervor, teilweise aber auch das Schlechteste. Mit Letzterem will ich mal anfangen: Es geht schon bei den Hamsterkäufen los. Kein Witz, ich bin jetzt seit zwei Wochen auf der Suche nach einer (!!!) Dose Linseneintopf. Meine Frau ist momentan bei ihrer Mutter, was für mich immer eine Zeit ist, in der ich nicht koche, weil es sich für mich allein kaum lohnt. Da muss dann eben hin und wieder ein Doseneintopf her. Aber die Leute kaufen echt alles weg, ohne ihre Mitmenschen zu denken: Nudeln, Konserven und...

Die Angst bei diesen Hamsterkäufen nimmt bzw. nahm bei manchmen Menschen überhand und sie werden dann egoistisch und irrational. Sie kennen da keine Solidarität. Denn wenn einige alles hamstern, bekommen andere die normal einkaufen gehen nichts mehr...wiederrum Hirn einschalten.

Sponskonaut hat geschrieben: ↑
Mi 18. Mär 2020, 07:37
Weiter geht es mit den Vollidioten, die einfach nicht einsehen oder verstehen wollen, was "Social Distancing" bewirken soll. Da wird dann weiter munter in Cafés gegangen, Schulter an Schulter mit anderen rumgesessen - und darauf gesch*****, was aus seinen Mitmenschen wird. Leute, geht's noch?

Du sagst es! Unverbesserliche, die einfach kein Hirnschmalz haben! Alles herunterspiel(t)en. Vorallem da wir Vor-Corona in Zeiten lebten, wo "wir" ja alles durften, "uns" gings dermaßen gut in dieser westlichen (Spaß-)Gesellschaft....und wenn jemand nie irgendwas anderes kannte und auch nicht die Intelligenz und damit Solidarität mitbringt...passiert sowas und es braucht um einiges länger, damit es bei diejenigen richtig ankommt, dass es ernst ist.
Aber ja, da hilft es nur mehr durch strikte Verbote und Strafen und rigoroses durchsetzen der Regierung, sowie notwendige ängstliche und scharfe Rhetorik. Auch bei uns wurde es am Wochenende verschärft...
Mittlerweile muss man aber trotzdem (wie es der Bundeskanzler tat) ein Lob aussprechen an die Bevölkerung (auch das ist wichtig), wie sich die allermeisten (mehr wie angenommen) seit Montag an die Bestimmungen halten. Ich bin hier doch sehr froh in Österreich zu leben. Die Solidarität, das zusammenhalten, dass wir das gemeinsam schaffen, ist hier doch sehr sehr groß.

Sponskonaut hat geschrieben: ↑
Mi 18. Mär 2020, 07:37
Jedenfalls macht sich in solchen Ausnahmesituationen der wahre Charakter vieler Menschen bemerkbar. Teilweise bringt er das Beste im Menschen hervor, teilweise aber auch das Schlechteste.

Leider bin ich kein Philosoph (wollte das aber irgendwie immer gerne studieren), dann würde ich adhoc das eine oder andere Zitat großer Denker und Philosophen bringen. Durch diese größte Menschheitskrise seit dem zweiten Weltkrieg werden wir entweder alle gestärkt und positiv verändert herausgehen und davon viel viel lernen oder es wird noch schlimmer, die Krise dauert viel länger, es kommen andere echte Probleme durch diese Krise dazu...und jetzt möchte ich nicht weiterschreiben.
Aber ja, ich hoffe natürlich auf ersteres. Ich bin auch geteilt in Optimismus, Hoffnung, Zusammenhalt, andererseits in (wie du es beschrieben hast) Desillusioniertheit und immer öfter Traurigkeit.

Medien: Ich habe mir nie aus Facebook oder anderen (un-)sozialen Medien etwas gemacht und bin froh darĂĽber.
In diesen Tagen sieht man, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen und die seriösen (Print-)Medien eine Renaissance erleben! Und diese sind unverzichtbar. Diskussionen darüber wird es Nach-Corona sicher nicht mehr geben. Und ja, was das betrifft, finde ich das großartig und hoffe das viele viele dieser Medien, die wirklich seriös, informativ und ohne Panik, wahrheitsgetreu uns Menschen informieren und somit ein wesentlicher Bestandteil für den Zusammenhalt der Gesellschaft und Menschen sind, wieder viel mehr Menschen erreichen werden, als Vor-Corona.
Ich lese seit ich Kind bin, seit ich 8 Jahre bin, (fast) täglich die gedruckte, gute und seriöse Tageszeitung. Ob als E-Paper oder gedruckt (was ich immer noch sehr liebe).


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#4

Beitragvon Sponskonaut » Sa 21. Mär 2020, 04:25


MartyMcFly hat geschrieben: ↑
Do 19. Mär 2020, 13:13
Eine Theorie, die ich gehört habe, ist: Da dieses Virus in unsere "Intimsphäre" eindringt und somit das Bedürfnis auf Sauberkeit und Hygiene steigt, horten viele auch Klopapier...Aber viel mehr ist es der Herdeneffekt, jemand sieht, der kauft soviel Klopapier und die Regale sind fast leer...jetzt muss ich auch unbedingt mich bevorraten....

Ich hatte dazu die Tage eine These von einem Psychologen gelesen, der meinte, dass die Leute Klopapier horten, weil sie dann das Gefühl haben, in ihrer Hilflosigkeit wenigstens etwas getan zu haben. Das deckt sich auch mit meiner These. Ich meine, was gibt es im Supermarkt sonst noch so an Großpackungen? Und wenn eine solche Packung Klopapier kauft, denkt man doch normalerweise, dass man erst mal für ein paar Wochen versorgt ist. Die "Logik" dahinter: "Je mehr ich davon kaufe, desto länger kann ich überleben." Ist natürlich kompletter Bullshit, ist aber nun mal auf eins zurückzuführen: Gefühle. Das Gefühl, etwas getan zu haben. Scheinen nur die meisten nicht zu verstehen.

MartyMcFly hat geschrieben: ↑
Do 19. Mär 2020, 13:13
Vergangenen Freitag war dieser Hamsterkaufwahnsinn extrem arg, aber hier ging diese Angst von den (un)sozialen Medien aus, "morgen sperren die Geschäfte zu", etc...Und auch der Effekt, jemand postet dann leere Regale, hat(te) dramatische Auswirkungen...

Ja, hatte auch schon gelesen, dass die sozialen Medien an der Panik meh roder weniger beteiligt sind - schuld ist aber letztlich der Mensch, der es nicht schafft, einfach mal ruhig zu bleiben. Ich meine, was erwarten die Leute denn? Das von heute auf morgen die Versorgung komplett stillsteht? Es wird ja nicht umsonst gesagt, dass die Lager voll sind. Nur ist es halt kein Wunder, dass die Regal mal leer sind, weil die Supermärkte trotz Krise ja nicht mehr Leute haben. Ist im Grund ein Teufelskreis.

MartyMcFly hat geschrieben: ↑
Do 19. Mär 2020, 13:13
Du sagst es! Unverbesserliche, die einfach kein Hirnschmalz haben! Alles herunterspiel(t)en. Vorallem da wir Vor-Corona in Zeiten lebten, wo "wir" ja alles durften, "uns" gings dermaßen gut in dieser westlichen (Spaß-)Gesellschaft....und wenn jemand nie irgendwas anderes kannte und auch nicht die Intelligenz und damit Solidarität mitbringt...passiert sowas und es braucht um einiges länger, damit es bei diejenigen richtig ankommt, dass es ernst ist.

Ich kann es ja irgendwo nachvollziehen, dass man das Gefühl hat, in seinen Grundrechten beschnitten zu werden. Aber das hat nun mal seinen Grund, denn es herrscht eine Pandemie (!!!), in der man eben nicht einfach so weitermachen kann wie bisher. Und seien wir ehrlich: Dass wir eigentlich jederzeit zum Einkaufen rausgehen können, selbst in "Quarantäne" Strom und fließendes Wasser haben, sind Privilegien, um die uns andere beneiden. Wer so engstirnig ist und nicht mal eine Zeit lang (für sihc selbst und für seine Mitmenschen) auf diese Privilegien verzichten will, der ist einfach nur ein Egoist.

MartyMcFly hat geschrieben: ↑
Do 19. Mär 2020, 13:13
Aber ja, da hilft es nur mehr durch strikte Verbote und Strafen und rigoroses durchsetzen der Regierung, sowie notwendige ängstliche und scharfe Rhetorik. Auch bei uns wurde es am Wochenende verschärft...

Ich gehe auch stark davon aus, dass bei uns die anderen Bundesländer nachziehen werden. Bayern hat mit Ausgangssperren angefangen, und die anderen werden es vermutlich auch nicht vermeiden können. Es laufen immer noch genügend Idioten da draußen herum, die es einfach nicht verstehen wollen.

MartyMcFly hat geschrieben: ↑
Do 19. Mär 2020, 13:13
In diesen Tagen sieht man, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen und die seriösen (Print-)Medien eine Renaissance erleben! Und diese sind unverzichtbar. Diskussionen darüber wird es Nach-Corona sicher nicht mehr geben.

Glaub mir, die Diskussionen werden danach munter weitergehen. Wer heute permanent die "tendenziöse" Berichterstattung der ÖR kritisiert, wird das auch weiterhin tun. Von wem diese Äußerungen hauptsächlich kommen, muss hier sicherlich nicht mehr gesagt werden. Und die "Lügenpresse-Kritik" wird vor allem von denen erneut kommen, die nach der Krise keinen persönlichen Schaden genommen haben. Frei dem Motto: War doch alles gar nicht so schlimm!

Aber okay, harren wir jetzt mal der Dinge. Vielleicht bin ich auch von Natur aus ein Pessimist. Aber das, was mir grundsätzlich so auffällt, ist eher das Schlechte im Menschen. Auch wenn mir natürlich nicht entgangen ist, wer was für die Allgemeinheit leistet. Ich denke, diese Menschen müssen nicht explizit genannt werden. Ich habe ja trotzdem noch irgendwie die Hoffnung, dass wir schneller zurück zur Normalität kommen, als es die jetzigen Prognosen vermuten lassen. Eben wegen all der Leute, die gerade mit Hochdruck an der Sache arbeiten.


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#5

Beitragvon MartyMcFly » Di 31. Mär 2020, 22:52

Unser Professor. Great.
So wahr, was er sagt.
Ich mag ihn sehr. Alles Gute und viel Gesundheit.
https://www.youtube.com/watch?time_continue=19&v=IUjSHuOw6k0&feature=emb_logo


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#6

Beitragvon Sponskonaut » Mo 6. Apr 2020, 19:20

Wie wir ihn kennen: immer auf den Punkt. [daumen]


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#7

Beitragvon Sponskonaut » Di 7. Apr 2020, 03:31

Ich muss zwar zugeben, dass sich vor allem arbeitsmäßig für mich nicht viel verändert hat, weil ich als Selbstständiger/Freelancer sowieso von zu Hause arbeite, aber ein bisschen merkwürdig und gewöhnungsbedürftig finde ich die aktuelle Situation immer noch. Mir fällt jetzt auch nicht die Decke auf den Kopf, zumal ich schon seit Kindesbeinen nie Probleme damit hatte, mich mit irgendwas zu beschäftigen. Aber mittlerweile vermisse ich schon ein paar Sachen.

Beispielsweise habe ich mich seit letztem Jahr doch arg an meine regelmäßigen Kinobesuche gewöhnt, ob das nun Pressevorführungen oder private Kinogänge sind. Oder auch einfach mal in Ruhe einkaufen zu gehen, ohne dass man Sorge haben muss, dass alles ausverkauft ist... Oder mal spontan irgendwo essen zu gehen. Besonders bei dem schönen Wetter fällt es schwer, keine Ausflüge zu planen. Ich weiß, das sind wirklich nur Privilegien, auf die man eine gewisse Zeit verzichten muss. Aber das Ausbleiben all dieser Dinge sorgt nun mal dafür, dass unser Alltag, unsere Routinen, unsere Rituale unsere Gewohnheiten beeinträchtigt werden - und daran muss man sich erst mal gewöhnen. Und als jemand, der selbst schon zu Genüge mit Depressionen zu tun hatte, kann ich nachvollziehen, wie sich manche Leidensgenossen jetzt fühlen.

So oder so hoffe ich - auch wenn alles darauf hindeutet, dass es noch länger dauern wird -, dass wir schneller zur Normalität zurückkehren können, als wir jetzt denken. Zumindest wäre das in vielerlei Hinsicht wünschenswert. Aber gut, es dauert eben so lange, wie es dauern muss.


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#8

Beitragvon Sponskonaut » Di 7. Apr 2020, 14:21

Es ist auch irgendwie gespenstisch, wie ruhig es draußen ist. Wir wohnen hier in einem Gewerbegebiet, und man hört von draußen so gut wie nichts. Eigentlich ist das meistens nur am Wochenende der Fall, momentan aber permanent. Ist zwar gar nicht schlecht, wenn man nicht dauernd Stimmen und Autos hört, aber auch sehr bezeichnend dafür, wie das normale Leben gerade stillsteht. Na ja, ist mir nur gerade mal wieder aufgefallen, weswegen ich den Gedanken mit euch teilen wollte. [zwinker]

Was mich in dder aktuellen Situation aber auch interessieren würde: Was hat sich bei euch durch die derzeitige Lage geändert? Wie sieht es beruflich bei euch aus? Und tut ihr vielleicht momentan Dinge, die ihr schon lange nicht mehr gemacht habt? Hat sich vielleicht an eurer Lebenseinstellung etwas Grundlegendes verändert? Wie steht es um den Kontakt mit euren Familien?


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#9

Beitragvon Lupos » Di 7. Apr 2020, 18:21

Bei uns hat sich absolut nichts geändert....ich geh nach wie vor zur Arbeit.....
Allerdings fällt unser Sonntagsnachmittag kaffee trinken und Eis essen weg [lachen2]
Ansonsten merken wir das nicht so ....na ja ..wir gehen nach Feierabend auch nicht mehr weg wie frĂĽher ....ich bin froh wenn Feierabend ist... so gaaaaaaanz langsam macht sich das Alter bemerkbar [lachen2]


wo kämen wir denn da hin ? wenn jeder sagen würde , wo kämen wir denn da hin und niemand ginge um zu sehen wohin man käme wenn man ginge

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#10

Beitragvon Sponskonaut » Mi 8. Apr 2020, 00:59


Lupos hat geschrieben: ↑
Di 7. Apr 2020, 18:21
Bei uns hat sich absolut nichts geändert....ich geh nach wie vor zur Arbeit.....

Dann ist es ja halb so wild. [zwinker]

War übrigens heute mal wieder einkaufen, allerdings ziemlich spät, so gegen 21:15 Uhr. Unser Globus hat bis 22:00 Uhr geöffnet. Hatte schon Sorge, dass kaum noch was da ist, ging aber. Habe zwar kein frisches Gemüse und dergleichen mehr bekommen, alles andere aber schon. Zumindest gab es endlich mal wieder Nudeln, Büchsentomaten, Klopapier und Küchenrolle. Klopapier war auch wieder ziemlich leer, aber wenigstens habe ich das teurere bekommen. Aber mittlerweile ziehen die Märkte das mit den "haushaltsüblichen Mengen" nun konsequent durch. Nudeln darf man nur noch zwei Packungen nehmen und Tomatenkonserven nur insgesamt vier. Hätten die eigentlich schon viel früher so machen müssen.

Der Vorteil, wenn man so spät einkauft, ist, dass kaum noch was los ist. Dann kann man wesentlich besser den Leuten aus dem Weg gehen, vor allem in einem größeren Markt. Wenn alle Stricken reißen, werde ich mal zur Metro fahren. Habe ja durch mein Gewerbe eine Karte, allerdings müsste ich die mal wiederfinden, hab sie irgendwie verlegt.

Sehr komisch ist aber, dass ich meine 82-jährige Mutter schon seit Wochen nicht mehr gesehen habe. Wir haben uns aber vorgenommen, am Osterwochenende wenigstens mal vorbeizuschauen, auch wenn es dann nur ein kurzer Plausch am Fenster sein wird. Aber da meine Mutter eben in diesem Alter und auch noch vorerkrankt ist, geht die Gesundheit eben vor. Ich bin ja froh, dass es ihr aktuell so gut geht, dass sie gut alleine klarkommt. Das war in der Vergangenheit phasenweise auch schon anders.


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#11

Beitragvon Sponskonaut » Sa 25. Apr 2020, 02:52

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich bin bei den Lockerungen, die jetzt kommen, echt skeptisch. Tatsächlich habe ich die Befürchtung, dass uns das in nächster Zeit echt auf die Füße fallen wird. Bei uns hat z.B. der MediaMarkt wieder geöffnet, allerdings nur die PC- und die Handy-Abteilung. Alle anderen sind noch gesperrt. Mein Bruder weiß auch noch nicht, wann er wieder anfangen muss. Aber ich denke mal, dass sich das für viele in zwei Wochen entscheiden wird, wenn eine Tendenz zu erkennen ist.

Interessant finde ich ja auch, dass viele Einzelhändler sich nach den aktuellen Lockerungen gewundert haben, dass das Geschäft nicht sofort wieder anläuft. Aber was haben die denn gedacht? Dass der große Konsum nahtlos weitergeht? Natürlich stürmen die Leute in der aktuellen Situation nicht die Möbelhäuser und kaufen sich unnützen Kram. Da viele um ihre Jobs bangen, ist es doch kein Wunder, dass die Leute vorsichtig sind.

Was jetzt passiert, ist aber auch sehr bezeichnend für das System, in dem wir Leben. Da zeigt sich mal wieder ganz deutlich, wer im Kapitalismus die großen Verlierer sind. Das sind vor allem die Leute, die in prekären Arbeitsverhältnissen stecken und/oder in Branchen arbeiten, die es einfach nicht zulassen, dass man Rücklagen bildet. Ich meine, wie kann es sein, dass so viele Menschen nicht mal zwei, drei Wochen überstehen, ohne gleich Existenzängste zu haben? Das zeigt doch unmittelbar auf, woran dieses kapitalistische System krankt. Den Big Playern wird es nach der Krise nicht anders gehen als jetzt - und sie werden mehr denn je auf dieses unsinnige und im Grunde unmögliche ewige Wachstum pochen... Tja, das ich leider generell meine Befürchtung: Viele Kleine werden vor die Hunde gehen, während die Großen umso mehr die Monopolstellungen unter sich ausmachen werden. Und letztlich puffert der Bürger die Krise am Ende finanziell ab, wenn es unumgängliche Steuererhöhungen geben wird. Jedenfalls wird uns die Post-Corona-Zeit noch arg beuteln.

In dem ganzen Wahnsinn versuche ich gerade, die Situation so gut wie möglich zu überstehen. Als allergischer Asthmatiker habe ich diese Woche ein neues Asthmaspray bekommen. Da es Cortison ist, werde ich aber erst in einer Woche sehen, ob es auch hilft. Jedenfalls gehöre ich damit leider zur Risikogruppe und muss erst recht auf mich aufpassen.


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#12

Beitragvon Sponskonaut » So 26. Apr 2020, 11:59

Aktuell wird ja diskutiert, ob die FuĂźball-Bundesliga ihren Betrieb wieder aufnehmen und zumindest die aktuelle Saison zu Ende spielen darf. DafĂĽr hat die DFL bereits ihre Strategie zur Pandemieabwehr vorgelegt. Welche Gefahren dabei bestehen, wird in diesem Kommentar ganz gut zusammengefasst.

Nun kann ich zwar beide Seiten verstehen, sehe das Ganze aber eher skeptisch und frage mich, wieso der Fußball solch eine Sonderstellung genießen sollte. Aktuell ist ja keiner um Forderungen verlegen, was logischerweise auch Branchen beinhaltet, die noch schlechter dastehen als der Fußball. Klar, dieser Volkssport kann eine gute Ablenkung sein, und sein Einfluss ist auch nicht von der Hand zu weisen, wenn man beispielsweise an das berühmte "Wunder von Bern" denkt. Trotzdem fände ich das Signal, das eine Entscheidung zu Gunsten des Fußballbetriebs aussenden würde, ziemlich bedenklich. Wie seht Ihr das?

Außerdem frage ich mich - und ich spreche da in erster Linie von den Befürwortern -, ob es die Menschen mittlerweile verlernt haben, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Ich meine, Ablenkung bietet sich doch ohne Ende. Ich bräuchte z.B. auch nicht unbedingt Filme oder Serien, um mich zu beschäftigen. Tatsächlich ist mein Konsum diesbezüglich aktuell ziemlich gering. Stattdessen lese ich mehr, nehme Bücher, Magazine und Zeitungen zur Hand oder bin kreativ. Mir ist in der aktuellen Situation wesentlich mehr nach einer Beschäftigung, die Ruhe vermittelt - ich möchte mich eben nicht dauerberieseln oder -beschallen lassen.

Klar, jeder ist da anders, aber wenn Fußballgucken oder eben ein ganz bestimmtes Unterhaltungsmedium so "überlebenswichtig" ist, würde ich mir wirklich mal Gedanken machen. Aber ich glaube, das ist ohnehin ein Phänomen unserer Zeit. Was Unterhaltung betrifft, haben wir ja mittlerweile ein derartiges Überangebot, dass man sich davor kaum noch retten kann. Ich denke, viele und vor allem die jüngeren Generationen werden regelrecht dazu erzogen, nur zu konsumieren, statt auch mal selbst tätig zu werden.

Aber auch beim Thema Profifußball zeigt sich die Problematik des Kapitalismus: Da werden Millionenbeträge für Spielerwechsel transferiert - und trotzdem stehen viele Vereine bereits nach kurzer Zeit quasi vor dem Aus. Wenn einem das nicht mal zu denken gibt, in was für ein System wir uns da haben pressen lassen, was dann?


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