Die Welt, wie wir sie kannten...

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Re: Die Welt, wie wir sie kannten...

Beitrag von Sponskonaut »

MartyMcFly hat geschrieben: Mo 30. Mai 2022, 00:13 Weiter das Klima anheizen, weiter die Umwelt zerstören, weiter all der Mist. Weiter, nicht dazulernen. Weiter verdrängen.
Ich gehe stark davon aus, dass es in nächster Zeit noch sehr viele Veränderungen geben wird, die dann auch der Letzte nicht mehr wird verdrängen können. Und diese Veränderungen werden immer schneller und in kürzeren Abständen kommen – sowohl für die Menschheit als auch für jeden Einzelnen. Ich denke, irgendwann wird das Festhalten an alten Systemen einfach nicht mehr funktionieren. Sieht man ja aktuell an der Energieversorgung, wie schnell ein bestimmtes System wegbrechen kann. Man hat sich viel zu lange auf dem Funktionierenden ausgeruht und schlicht und ergreifend nicht perspektivisch und nachhaltig gedacht. Dass sich dieses "Weiter so" irgendwann rächt, ist doch vorprogrammiert.
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Re: Die Welt, wie wir sie kannten...

Beitrag von Sponskonaut »

Da ich das Thema kürzlich mit einem Kumpel schon mal hatte, will ich es hier auch noch mal anschneiden. Jedenfalls erzählte er mir von einer Messe, die er privat besuchen würde. Später hat er mir davon natürlich erzählt und berichtet, dass der Andrang wohl sehr groß gewesen sei. Es wäre zwar interessant gewesen, aber aufgrund der Menschenansammlungen auch kein wirklicher Genuss.

Ich habe meinem Kumpel dann später gesagt, dass ich mittlerweile solche Massenaufläufe nur noch meide. Auf Messen gehe ich grundsätzlich nicht und sehe darin auch keinen Mehrwert. Die einzige Thema, das mich so sehr interessiert, dass es mich auf eine Messe führen könnte, wäre "Tiny Houses". Finde es einfach sehr cool zu sehen, welch durchdachte und kreative Konzepte sich die Leute ausdenken. Auf der Frankfurter Buchmesse war ich ein einziges Mal und muss sagen, dass es einfach nur eine heillose Reizüberflutung war, die nichts mit dem zu tun hat, was ich mit dem Lesen verbinde: Nämlich gemütlich auf der Couch zu sitzen oder im Bett zu liegen und sich von einem Schmöker richtig mitreißen zu lassen. Zu viele Menschen und zu viele Informationen bringen mir schlicht und ergreifend nichts.

Natürlich geht es mir (jetzt, wo ich Medikamente nehmen muss) aber auch um die Gesundheit. Es müssen ja nicht mal Coronaviren sein, vor denen man sich schützen will, sondern auch andere Infektionskrankheiten. Wenn ich alleine schon sehe, wie ungeniert viele Leute im Supermarkt einfach so in den Raum und die Regale niesen, dann will ich mir nicht vorstellen, was auf solchen Massenveranstaltungen alles so kreucht und fleucht... [nope] Wie gesagt, es gibt da eigentlich nichts mehr, was mir so wichtig wäre, dass ich mich solchen Menschenmassen aussetzen würde. Selbst Konzerte, die ich früher gerne mal besucht habe, würde ich heute nicht mehr aufsuchen. Was aber nicht nur am gesundheitlichen Aspekt liegt, sondern auch daran, dass mir solche Großveranstaltungen grundsätzlich nichts mehr geben. Tatsächlich gucke ich mir lieber Konzerte gemütlich auf Youtube an, habe einen gut abgemischten Sound und musste keine horrenden Preise dafür bezahlen. Für mich die wesentlich sinnvollere Alternative – aber ich war auch früher regelmäßig auf so vielen Konzerten, dass ich das einfach nicht mehr haben muss. Ist mir schlicht und ergreifend zu viel Stress.

Aber um damit noch mal auf den Thread-Titel zu kommen: Corona hat mir viele Denkanstöße beschert, was letztlich dazu geführt hat, dass ich noch besser erkannt habe, was mir wichtig ist und was nicht. Von der Gesundheit über das eigene Kaufverhalten bis hin zum Medienkonsum habe ich viele Dinge einfach mal auf den Prüfstand gestellt. Und siehe da, meine persönliche Welt, wie ich sie kannte, hat sich fast schon grundlegend verändert. Alte Interessen und Gewohnheiten habe ich über Bord geworfen, neue Interessen sind dazugekommen – und ich habe gelernt, die Dinge für mich sinnvoller zu priorisieren. Zugegeben, das hätte ich vermutlich irgendwann ohnehin getan, aber die ganze Corona-Sache hat diesen Prozess wohl nur noch beschleunigt.
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Re: Die Welt, wie wir sie kannten...

Beitrag von Sponskonaut »

Ich glaube, es ist momentan der richtige Zeitpunkt, um diesen Thread mal wieder hochzuholen... [nope] Bedenkt man das aktuelle Weltgeschehen, kann einem wirklich angst und bange werden. Man muss auch kein Genie sein, um zu erkennen, was das alles noch für Auswirkungen auf unser Leben in Europa haben wird. Ich glaube, keiner von uns hat eine wirklich greifbare und realistische Vorstellung davon, was all diese Geschehnisse für uns bedeuten können und vermutlich auch werden...

Ich für meinen Teil werde derzeit wieder daran erinnert, wie unwichtig der ganze materielle Firlefanz ist, dem sich viele Menschen immer noch ungebremst hingeben. Ich war letztens mal wieder beim Saturn und auch im Apple-Store, aber besonders aus Letzterem musste ich irgendwann einfach "flüchten", weil mich diese ungezügelte "Konsum-Geilheit" fast schon angewidert hat. All dieser Kram spielt einfach keine Rolle, wenn man sich mal anschaut, was die Menschen anderswo auf diesem (eigentlich) schönen Planeten derzeit so bewegt. Vieles wird dann einfach nur noch unwichtig.

Ich werde in nächster Zeit auch meine Frankfurt-Touren einstellen und wieder versuchen, mehr aus dem Home-Office zu arbeiten. Zum einen kann ich das Deutschlandticket dann erst mal aussetzen, zum anderen wird mir immer unwohler bei dem Gedanken, mich in Großstädten rumzutreiben. Wer weiß, was da noch auf uns zukommt. Irgendwie war es ja abzusehen, dass das, was "wir" da fabriziert haben, nicht ewig so weitergehen konnte – und es irgendwann mal brachial scheitern würde. Aber jetzt kommen die Konsequenzen erst richtig zum Tragen.

Ich denke da mit einem unguten Bauchgefühl an die jungen Generationen, die es in Zukunft noch richtig schwer haben werden – sowohl in politischer als auch ökologischer Hinsicht. Das macht einen wirklich traurig...
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Re: Die Welt, wie wir sie kannten...

Beitrag von Sponskonaut »

So, dann will ich gleich noch mal auf diesen Thread aufsetzen, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole... [zwinker]

Ein Thema, das mir aktuell auch immer öfter durch den Kopf geht, ist diese grassierende Schwarz-weiß-Malerei. Es gibt gefühlt nur noch Diskussionen – ganz egal zu welchem Thema –, in denen man fast schon gezwungen wird, sich zu positionieren. Bist du "gut" oder "böse"? Bist du für oder gegen uns? Hauptsache, man kann Menschen schnell in eine Schublade stecken und schnellstmöglich Antipathien oder Sympathien verteilen. Grautöne werden geflissentlich ausgeblendet. Warum wird das gemacht, frage ich mich. Um sich die Welt einfacher zu machen, als sie es tatsächlich ist?

Ich glaube, ein ausschlaggebender Punkt ist der, dass ich (und die meisten anderen hier auch) zu der Generation gehöre, die sowohl noch die analoge als auch schon die digitalisierte Welt kennt. Vergleiche ich meine Ansichten mit der von alten und auch ganz jungen Generationen, dann fällt mir auf, dass ich mich tatsächlich irgendwo in der Mitte befinde – als Angehöriger der Generation X. Dementsprechend würde ich meine Haltung weder als verknöchert noch als "super-progressiv" einordnen.

Was ich damit sagen will: Auch in dieser Hinsicht ist die Welt, wie wir sie kannten, im Grunde passé. Und ich muss auch gestehen: Wenn ich mich so umschaue, dann ist das wirklich nicht mehr meine Welt. Alles ist zu schnell geworden und zu groß, das Digitale hat mittlerweile zu großen Einfluss auf das wahre Leben, und überhaupt kann einem da nur zum Weglaufen zumute sein. Auch wenn ich mich damit im Pessimismus übe, aber ich empfinde die moderne Welt immer mehr als verkorkst. Also kein Wunder, dass ich in letzter Zeit immer öfter an die Vergangenheit denke...
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Re: Die Welt, wie wir sie kannten...

Beitrag von MartyMcFly »

Wie wir wissen, ist ja vom "Gefühl", wie es am Anfang von Corona war - der Ursprung dieses Threads - vom besonderen Zusammenhalt, Solidarität, vom Gefühl, dass sich jetzt viel - zum besseren - ändert, etc. nichts übriggeblieben. Im Gegenteil.

Aber ich will heute den Titel dieses Threads für das "Thema" Klima hernehmen....

Besonders dieser Tage - aber eigentlich jetzt schon eine längere Zeit - quasi ohne Pause, hab ich so ein surreales Gefühl. Es ist nicht mehr das Wetter, es ist nicht mehr die Natur, wie wir sie kannten - die wir in unserem Alter noch mehr oder weniger früher normal erleben durften.

Der 18.Monat infolge der wärmste seit Messbeginn, Rekorde um Rekorde, Monat für Monat, Jahr für Jahr und wir sind spürbar mittendrin. Das sogenannte 1,5 Grad Ziel ist schon gerissen. Der Winter, der wieder keiner war. Es blühte schon so früh. Und jetzt haben wir Anfang April die ersten Hitzetage bis 30 oder gar 31 Grad (!), etc., etc., etc....
In 2000m werdens 20 Grad. Die Frostgrenze gar bei 3800m, sogar im Hochsommer wäre das außergewöhnlich.

Der "richtige" Sommer wird sicher extrem heiß mit 40 Grad oder so...

Die Klimaerwärmung beschleunigt sich, sogar pessimistische Prognosen wurde schon negativ übertroffen....

Alles spricht dafür, dass wir bereits am Point of No Return sind, wir an einem Kipppunkt schon sind (mit unterschiedlichen Theorien) und das sich das ganze aus unterschiedlichen Gründen selbst beschleunigt und das macht mir Angst, weil nichts mehr wirklich genau vorhersehbar ist.

Und je schlimmer es wird, umso weniger interessiert den Leuten wohl dieses Thema, sie resignieren...wie fatal.

Und wir versinken im Nationen Klein, Klein, im Politik Hick, Hack, in Hass und Dummheit, und alles was wir eben in die letzten Monaten, Jahre erlebt haben.....

Die Klimahitzebeschleunigung wird noch weitreichende Folgen haben, sie hatte schon viele und es wird sicher schlimmer. Denn alles hängt mit allem zusammen.

Nochmal zurück zum "Gefühl": Abgesehen von 30 Grad Hitze Anfang April, ist es einfach nicht mehr die Welt, wie wir sie kannten. Und das Gefühl ist echt beängstigend, weil es scheinbar real ist. Kein (Alp-)Traum, keine Fiktion, kein Film.
Sponskonaut hat geschrieben: Mo 23. Okt 2023, 00:34
Ich glaube, ein ausschlaggebender Punkt ist der, dass ich (und die meisten anderen hier auch) zu der Generation gehöre, die sowohl noch die analoge als auch schon die digitalisierte Welt kennt. Vergleiche ich meine Ansichten mit der von alten und auch ganz jungen Generationen, dann fällt mir auf, dass ich mich tatsächlich irgendwo in der Mitte befinde – als Angehöriger der Generation X. Dementsprechend würde ich meine Haltung weder als verknöchert noch als "super-progressiv" einordnen.

Was ich damit sagen will: Auch in dieser Hinsicht ist die Welt, wie wir sie kannten, im Grunde passé. Und ich muss auch gestehen: Wenn ich mich so umschaue, dann ist das wirklich nicht mehr meine Welt. Alles ist zu schnell geworden und zu groß, das Digitale hat mittlerweile zu großen Einfluss auf das wahre Leben, und überhaupt kann einem da nur zum Weglaufen zumute sein. Auch wenn ich mich damit im Pessimismus übe, aber ich empfinde die moderne Welt immer mehr als verkorkst. Also kein Wunder, dass ich in letzter Zeit immer öfter an die Vergangenheit denke...
Du sagst es! Haargenau! Ich kann jedes Wort unterstreichen.
Ich bin übrigens sehr sehr froh, noch eine Welt erlebt zu haben, von analog bis zum normalen Wetter, usw.

Was denken oder fühlen heute 15 oder 20 Jährige, wenn wir davon erzählen?
Ich muss mal meine Nichte und mein Neffe fragen...
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Re: Die Welt, wie wir sie kannten...

Beitrag von Sponskonaut »

Danke für deinen nachdenklichen, wenn auch pessimistischen Post! Aber ich kann deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen, zumal ich das Thema Klima auch immer wieder mit einem Kumpel bespreche.

Ich finde es auch so weltfremd, dass sich viele Menschen auf irgendwelche Nebenkriegsschauplätze konzentrieren, während der Planet den Bach runtergeht. Denn wenn die Welt erst mal im Eimer ist und wir unsere Lebensgrundlage verloren haben, ist so ziemlich alles dann auch egal. Der Umweltschutz wurde von Politik und Wirtschaft viel zu oft und viel zu lange aufgeschoben, immer mit dem Argument, dass man sich gerade jetzt nicht darum kümmern könnte, weil... Ich muss dann immer an das Szenario in "Interstellar" denken und frage mich, ob wir das noch mitkriegen werden. Die Generationen nach uns auf jeden Fall...

Ich glaube auch immer mehr (auch wenn ich nach wie vor dahinterstehe), dass alles, was man als Verbraucher so tun kann, vergebene Liebesmüh ist. Ich ernähre mich vegan, konsumiere sehr bewusst, lebe minimalistisch, versuche so viel zu reparieren wie möglich und Gegenstände ewig zu benutzen – aber das wird einfach nie reichen und ist nur der Tropfen auf den heißen Stein. Am Ende des Tages kann man ja nur resignieren, wenn man sich anschaut, was auf der Welt so abgeht.

Dass sich viele junge Leute mit dem Klima-Thema befassen, ist schon mal gut. Aber wenn man sich die Historie mal anschaut, dann ist es aber auch nicht anders als noch vor Jahrzehnten. Klimaschutz-Bewegungen gab es schon damals. Die Grünen sind aus einer solchen entstanden. Was ich damit nur sagen will, ist, das hat es alles schon mal gegeben – aber geändert hat sich seitdem nicht allzu viel. Sonst wären die gemessenen Werte ja heute ganz andere. Das heißt, ja, wir haben es schlicht und ergreifend verbockt!
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