Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

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Beitrag von Viktualia »

Sponskonaut hat geschrieben: Mi 24. Okt 2018, 23:47 Beispielsweise hat man sehr oft die Möglichkeit, sich in Foren oder bei App-Drittanbietern mit seinem Facbook- oder Google-Account zu registrieren. Davon würde ich absehen, da man irgendwann nicht mehr nachvollziehen kann, inwieweit man seine diversen Profile miteinander "vernetzt" hat. Das kann auf lange Sicht einfach nicht gut sein.
Das sehe ich auch so und habe immer abgelehnt. Ich sehe darin auch nicht wirklich Sinn, jedenfalls für mich. Ich hatte auch hin und wieder überlegt, ob ich meine Facebook Account lösche. Posten tue ich so gut wie gar nichts mehr. Bin nur noch geblieben, da es dort zwei Gruppen gibt und zu 90 % alles darüber läuft und sonst nichts mehr mitbekommt. Aber vielleicht ist auch das mir eines Tages egal.
Den Film "Snowden" habe ich auch gesehen. Ist schon krass was alles möglich ist.
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Beitrag von Sponskonaut »

Viktualia hat geschrieben: Do 25. Okt 2018, 14:15 Das sehe ich auch so und habe immer abgelehnt. Ich sehe darin auch nicht wirklich Sinn, jedenfalls für mich. Ich hatte auch hin und wieder überlegt, ob ich meine Facebook Account lösche. Posten tue ich so gut wie gar nichts mehr. Bin nur noch geblieben, da es dort zwei Gruppen gibt und zu 90 % alles darüber läuft und sonst nichts mehr mitbekommt.
Ging mir genauso, war nur noch in einer Gruppe aktiv, ansonsten habe ich nichts mehr gepostet, weil ich es einfach total sinnlos fand. Habe auch gerade meinen Account zur Löschung vormerken lassen. So wie ich es verstanden habe, wird die Löschung eingeleitet, wenn man sich innerhalb von 14 Tagen nicht mehr einloggt. Nach 30 Tagen soll das Ganze dann komplett verschwunden sein.

Ich habe mir allerdings mal den "Spaß" erlaubt, mir meine gesamten Facebook-Daten runterzuladen. Gibt ja eigens eine Funktion dafür - und ich war erschrocken, was da doch noch alles gespeichert war. Und das, obwohl ich nie allzu viel mit dem Account gemacht habe. Aber am meisten hat mich schockiert, dass wohl mein Google-Adressbuch dort hinterlegt war. [huch] Ich kann mich nicht erinnern, das jemals für meinen Facebook-Account freigegeben zu haben. Schon allein deswegen ist es gut, dass ich den verdammten Account jetzt gelöscht habe.

Nun ja, ich werde jetzt noch fleißig weiterschauen, was ich an Accounts noch so alles löschen kann. Bin auch noch bei einigen Shops registriert, bei denen ich sowieso nichts mehr kaufe. Die werden wohl als Nächstes dran glauben müssen.
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Beitrag von Sponskonaut »

Ich will an dieser Stelle noch mal ein kleines "Plädoyer" für mehr Umsicht im Umgang mit den eigenen Daten halten. Denn genau darum geht es ja in diesem Thread.

Wenn ich z.B. schon den Satz höre "Ich habe nichts zu verbergen", rollen sich mir die Zehennägel hoch. [nope] Sollte das mal jemand zu euch sagen, fragt ihn mal, ob er sein Smartphone nicht mit Fingerprint, PIN oder dergleichen gesichert hat, und ob er euch das Passwort zu seinem Mail-Account verrät. Vermutlich werdet ihr keinen finden, der euch diese Dinge so bereitwillig überlässt. Denn im Prinzip hat jeder etwas zu verheimlichen, was auch jedermanns gutes Recht ist - um genau zu sein, fällt der Schutz der Privatsphäre unter das Persönlichkeitsrecht, das im Grundgesetz verankert ist. Fälschlicherweise meinen wohl viele, dass dieses Recht keine Rolle spielt, wenn man ein "unbescholtener Bürger" ist...

Was diese Leute aber vergessen, sind die Folgen, die solch eine Sichtweise nach sich ziehen kann. Es mag ja sein, dass es vielleicht jetzt keinen großen Einfluss hat, wenn Regierungen und Geheimdienste massenweise (Meta)-Daten sammeln. Und dass sie das tun, haben ja nicht zuletzt die Snowden-Leaks zweifelsohne bewiesen. Aber was ist, wenn es mal einen politischen Umschwung gibt? Was, wenn plötzlich die falschen Leute Zugang zu all diesen Daten haben?

Was viele nicht berücksichtigen, ist, dass Massenüberwachung, wie sie von den Geheimdiensten spätestens seit 9/11 gang und gäbe ist, gerne von Diktaturen benutzt werden - und einzig dem Machterhalt dienen. Haben wir nicht alle schon mal Witze darüber gemacht, dass man sich schon gar nicht mehr traut, öffentlich bestimmte Schlagwörter zu benutzen, aus Angst, dass irgendjemand es mitkriegt? Und hat nicht jeder schon mal mit einem mulmigen Gefühl daran ebenfalls gedacht, als er einfach nur zu Hause telefoniert hat? Schon allein die Tatsache, dass uns das irgendwo im Hinterkopf rumgeistert und die Möglichkeit besteht, dass wir beobachtet werden könnten, zeugt davon, dass die Überwachung bereits funktioniert - nämlich auf psychologischer Ebene. Das heißt, schon alleine deshalb verhalten wir uns anders. Im Prinzip genau so, wie wenn man weiß, dass eine Kamera auf einen gerichtet ist. Und genau das schränkt uns in unserer Freiheit ein. Die Frage ist, ob wir uns dem tatenlos ergeben wollen.

Sicherlich ist hier auch die Politik gefragt. Große Konzerne müssten z.B. noch wesentlich strikter in die Schranken gewiesen werden, und Geheimdienste dürften nicht einfach so schalten und walten, wie sie es aktuell tun. Zumal die Massenüberwachung - und ich spreche hier explizit von Massenüberwachung, also von Menschen, die willkürlich einfach mal mitbeobachtet werden, ohne dringenden Tatverdacht -, noch keinen großen Anschlag verhindert hat. Schon allein deswegen sollte man sich fragen, ob die ständige Rechtfertigung "Terrorbekämpfung" überhaupt was taugt.

Was wir als User tun können, ist, es potenziellen Angreifern so schwer wie möglich zu machen.
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Beitrag von Sponskonaut »

Nachdem meine Posteo-Mailadresse schon vor einiger Zeit meinen Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen und ich auf meinen alten GMX-Account ausgewichen war, hatte ich mir vor ein paar einen neuen Account angelegt. Per Paypal für ein Jahr im Voraus bezahlt (12€), so weit, so gut.

Nun bekomme ich die Nachricht, dass einer meiner angelegten Aliase zu "generisch" und damit zu unsicher sei. Ähm, was soll das? Da ich bei den Namen meiner Mailadressen immer recht kreativ bin, kann ich das nicht so ganz nachvollziehen. Kurzum: Ich darf eine Wunsch-Adresse nicht behalten. Dazu wurde ich noch aufgefordert, denen Bescheid zu geben, sobald ich den Alias gelöscht hätte. Auch hier frage ich mich: Was soll das? Wenn die sehen, dass ich den Alias angelegt habe, sollten die doch auch mitkriegen, wenn ich ihn lösche. Warum muss ich da noch aktiv werden und denen eine Mail schreiben? Zumal ich für den Account ja bezahlt habe. Außerdem würde man sich vorbehalten, mein Konto komplett zu sperren, sollte ich der Löschung nicht nachkommen. Ich meine, geht's noch?

Sorry, aber das geht mir echt ein bisschen zu weit, weswegen ich den Posteo-Account direkt zur Löschung und die Rücküberweisung meines Geldes beauftragt habe. Zum Glück habe ich noch nirgendwo die Mailadresse angegeben! Werde nun erst mal bei GMX bleiben (die Werbung stört mich nicht sonderlich) und mich irgendwann mal nach einer anderen Adresse umschauen. Zumal ich mich mittlerweile ein bisschen "entspannt" habe, was das Datenschutz-Thema angeht. [zwinker] Ich denke, man muss da einfach einen goldenen Mittelweg aus Sicherheit und Komfort finden. Nimmt man es zu genau, beraubt man sich vieler Möglichkeiten.

Beispielsweise nutze ich schon längere Zeit die Google-Dienste: Kalender, Adressbuch, Chrome, Suchmaschine, Youtube. Der Kalender ist superpraktisch, um mit meiner Frau Termine zu teilen. Chrome ist für mich immer noch der am besten anpassbare und flotteste Browser. Auf Youtube habe ich einige interessante Kanäle abonniert, die ich sonst bei jeder Nutzung "händisch" raussuchen müsste. Und Google? Nun ja, ich habe schon einige andere Suchmaschinen ausprobiert. Aber seien wir ehrlich: So sehr man auch an Googles Auffassung von Datenspeicherung rummäkeln kann - die Suchmaschine liefert immer noch die besten Ergebnisse und (das ist für mich am wichtigsten) bereitet diese noch am besten auf. Wenn ich z.B. nach einer Serie oder einem Film suche, wird mir auch gleich die Besetzung angezeigt. Eine Info, die ich eigentlich immer haben will. Suche ich nach Läden, Restaurants oder Ärzten, bekomme ich die (aufgrund der Maps-Integration) fein säuberlich aufgelistet angezeigt. Da hinken alle anderen Suchmaschinen einfach hinterher. Was würde es mir also bringen, mir diese Funktionen selbst zu nehmen?

Dafür vermeide ich es z.B. den Gmail-Account zu benutzen. Außerdem habe ich in meinem Google-Account alle Funktionen deaktiviert, die jegliche Verläufe speichern. Natürlich kann man sich fragen, ob diese dann auch wirklich deaktiviert sind. Aber darauf vertrauen, dass die Buttons, die wir drücken, auch die versprochene Funktion bewirken, müssen wir uns doch bei allen Anbietern. Als Nächstes werden außerdem meine neu angelegten Social-Media-Accounts wieder dran glauben müssen. Benutze die eh nicht wirklich, kann mit ihnen also nichts anfangen - sie bringen meinem Leben keinen Mehrwert. Wie gesagt, ein umsichtigerer Umgang mit den eigenen Daten ist sicherlich angebracht, aber ich beschneide mich auch nicht um Funktionen, die mir meine Arbeit und meinen Alltag ungemein erleichtern. Damit würde ich genau die Vorteile des technischen Fortschritts vermeiden, die mir tatsächlich was bringen.
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Re: Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

Beitrag von Sponskonaut »

Sponskonaut hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:35 Zumal ich mich mittlerweile ein bisschen "entspannt" habe, was das Datenschutz-Thema angeht. [zwinker] Ich denke, man muss da einfach einen goldenen Mittelweg aus Sicherheit und Komfort finden. Nimmt man es zu genau, beraubt man sich vieler Möglichkeiten.
Aktuell habe ich mich mal wieder mit dem Thema befasst, meine Ansichten haben sich aber nicht sonderlich geändert. [nono]

Zuletzt hatte ich zunächst mal ein paar alternative Suchmaschinen ausprobiert – bin aber letztlich wieder bei Google gelandet. Klar, viele Konkurrenten mögen zwar ähnliche Suchergebnisse oder gar anonymisierte Google-Treffer ausspucken, aber am Ende kommt es halt auch auf die "Präsentation" an. Ich meine, was bringt es mir, wenn ich nach veganen Restaurants suche, dann aber nicht mal eine Karte mit den möglichen Lokalitäten angezeigt bekomme?

Das nächste Thema wären die sogenannten "Knowledge Panels". Die sind mir in meinem Job sehr hilfreich, wenn ich z.B. kurze Zusammenfassungen von Filmen suchen. Bei alternativen Anbietern bestehen diese Panels lediglich aus Wikipedia-Verlinkungen. Bei Google hingegen bekomme ich in der Regel in ein, zwei Sätzen die Handlung ausgespuckt – genau das, was ich suche. Übrigens pflegt Google diese Panels sogar selbst, wie ich die Tage gelesen habe. Die Liste an Sachen, die mich bei anderen Suchanbietern stören, könnte ich noch endlos fortführen. [langweilig]

Was ich aber vor langer Zeit schon gemacht habe, ist, alle Verläufe im Google-Account zu deaktiveren. Benötige ich einfach nicht, sämtliche Suchverläufe auf Google oder Youtube noch mal einzusehen. Ich denke mal, dass man damit die Datensammelei schon mal eingedämmt hat. Nur wissen viele User wohl nicht, dass das überhaupt geht.

Was qualitativ noch einigermaßen Google nahekommt, ist die Brave-Suche, die zum Brave Browser gehört. Die haben wohl ihren eigenen Index, und der Browser ist außerdem auf Datenschutz ausgerichtet. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Brendan Eich, einem ehemaligen Mozilla-Manager. Allerdings gab es um den Kerl einige Kontroversen, außerdem ist das Unternehmen in den Staaten beheimatet, was dann in Sachen Datenschutz auch nicht gerade vielversprechend ist. Dazu kommt noch, dass der Browser ebenfalls auf Chromium aufbaut und sich im Grunde kaum von Chrome unterscheidet.

Wie gesagt, ich werde weiterhin bei den Google-Diensten bleiben, weil die einfach bestens funktionieren. Zumal ich in meinem Job ohnehin "für" Google schreibe, es also sinnlos wäre, da Alternativen zu nutzen.
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Re: Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

Beitrag von Sponskonaut »

So, habe jetzt noch mal meinen Google-Account durchforstet und bin tatsächlich auf alte Einträge gestoßen. Vor allem Suchverläufe, aber was ich jetzt auch gelöscht habe, sind "Gefällt mir"-Angaben auf Youtube. Nun dürfte mein Account "sauber" sein, zumindest habe ich im Grunde alles gelöscht. Meine Einstellungen sehen so aus:
Bildschirm­foto 2022-11-21 um 12.45.31.png
Trotzdem ist natürlich irgendwie erschreckend, was da alles getrackt wird, wenn man diese Verläufe nicht deaktiviert. Vielleicht muss ich mir doch mal überlegen, auf andere Anbieter umzusteigen bzw. zumindest die Daten so zu verteilen, dass sie nicht gesammelt bei einem Konzern landen. [hmm] Na ja, der Brave-Test war schon recht vielversprechend, wäre wenigstens mal ein Ansatz.

Davon mal abgesehen bin ich die Tage aber auch hingegangen und habe etliche Accounts löschen lassen. Hauptsächlich die von Shops, bei denen ich irgendwann mal was gekauft hatte oder vorhatte, dort was zu kaufen. Dummerweise kann man bei den wenigsten die Löschung selbst vornehmen, aber mit einer kurzen Copy-and-Paste-Mail ging das eigentlich relativ schnell. Die Bestätigungen trudeln auch langsam alle ein. Ergibt einfach keinen Sinn, meine Daten irgendwo liegen zu haben, wenn ich diese Zugänge überhaupt nicht nutze. Vor allem will ich einfach nicht, dass meine Adresse und Mailadresse an allzu vielen Orten gespeichert sind. Gehört für mich eben auch zur "Datensparsamkeit".
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

Beitrag von Sponskonaut »

Sponskonaut hat geschrieben: So 20. Nov 2022, 20:03 Was qualitativ noch einigermaßen Google nahekommt, ist die Brave-Suche, die zum Brave Browser gehört. Die haben wohl ihren eigenen Index, und der Browser ist außerdem auf Datenschutz ausgerichtet.
So, nun habe ich mir den Browser doch noch mal installiert und ihn auf meine Bedürfnisse angepasst. Die Umstellung fällt da eigentlich sehr leicht, weil der Browser auf Chromium basiert und auch die Add-Ons aus dem Chrome Webstore unterstützt. Passwörter und Lesezeichen ließen sich problemlos aus Chrome importieren, alle anderen Einstellungen waren auch schnell erledigt.

Klar, komplett frei von Google bin ich damit nicht, aber es kann ja auch nicht schaden, die Daten, die man diesem Konzern gibt, aufs Mindeste zu reduzieren. Jedenfalls ist das der Kurs, den ich jetzt fahren will – die Google-Dienste allmählich zu minimieren und Alternativen zu finden.

In diesem Zuge bin ich auch gleich noch eine andere Anwendung losgeworden, nämlich den Mail-Client Spark von Readdle. Eigentlich ein sehr gutes und hilfreiches Tool, allerdings ist der Konzern schon mehrfach in die Kritik geraten, was Datenschutz angeht. Was mich aber am meisten abgeschreckt hat, ist, dass Spark für diverse Funktionen Zugang zu den eingestellten Mail-Accounts bekommt – das heißt, Mailadresse mitsamt Passwort! War mir nicht mehr ganz koscher, weswegen ich die Anwendung nun (auf iOS und macOS) deinstalliert habe. Stattdessen nutzen ich jetzt wieder den vorinstallierten Client "Mail". Funktioniert genauso und ist dabei sogar noch ein bisschen schlichter, was mir ganz gut gefällt.

Bei der Gelegenheit habe ich mich auch gleich mal durch die Security-Einstellungen meines GMX-Accounts gewühlt. Zum einen habe ich mein Passwort erneuert, die 2-Faktor-Authentifizierung aktiviert, ein anwendungsspezifisches Passwort eingerichtet und sämtliche "Personalisierungs"-Einstellungen und Newsletter deaktiviert. Damit sollte ich jetzt gut abgesichert sein, allerdings überlege ich mir noch mal, ob ich mir nicht doch wieder eine sichere Mail-Adresse zulege. [hmm] Wobei ich aktuell eigentlich keine große Lust habe, dafür extra Geld auszugeben.

Bin mal gespannt, wie ich mit der Brave-Suche zurechtkomme, aber von allen Suchmaschinen-Alternativen scheint mir die noch am meisten zu taugen. So oder so ist es wohl nicht verkehrt, mit meinen Daten etwas sparsamer umzugehen und diverse Dienste so weit zurückzuschrauben, dass ich zwar sicherer im Netz unterwegs bin, mir gleichzeitig aber auch nicht der Komfort verloren geht, den diese Online-Services so mit sich bringen.
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Re: Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

Beitrag von Sponskonaut »

Okay, ich gebe es auf... [lachen1] Nachdem ich nun noch mal mehrere alternative Suchmaschinen genutzt habe, bin ich doch wieder bei Google gelandet. Ganz ehrlich: Bei den anderen Anbietern sucht man sich letztlich dumm und dämlich, während man mit Google wesentlich schneller ans Ziel kommt.

Was vielen Suchmaschinen fehlt, ist eine gescheite Karte. Entweder ist gar keine eingebunden oder es wird auf Alternativen wie Open Street Maps oder die auf dem Mac vorhandenen Apple-Karten zurückgegriffen. Nur sind die beileibe nicht so gut wie die Google-Angaben. Bringt mir also nichts, wenn ich meinen Suchanfragen nach Restaurants, Ärzten oder was auch immer nur einen Bruchteil der tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten vor Ort angezeigt bekomme. Damit entgehen mir relevante Informationen.

Was am ehesten noch an Google herankommt, ist Microsofts Bing. Aber da stellt sich auch wieder das Problem mit dem Datenschutz. Gibt sich am Ende also nicht viel. Na ja, ich halte es dann einfach weiterhin so, dass ich die Datenschutzeinstellungen in meinem Google-Account so eingestellt lasse, dass am wenigstens Daten vorgehalten werden. Zumal ich diese ganzen Verläufe auch gar nicht benötige.

Am Ende bleibt das Fazit, dass man natürlich mehr machen könnte, sich dann aber genau der hilfreichen Tools beraubt, die einem Zeit sparen und einen schnellstmöglich zu den Informationen führen, die man braucht. Brave Search ist in Ansätzen schon okay, zumal die einen eigenen Suchindex pflegen. Aber an die Google-Ergebnisse kommt der Anbieter weiß Gott auch nicht heran. Ich denke, bis die Konkurrenten ein wirklich gleichwertiges Produkt anbieten können, dauert es noch einige Jahre oder sogar Jahrzehnte. Eigentlich traurig, aber was will man machen? Ich nutze diese ganzen Technologien ja deswegen, weil sie mir das Leben erleichtern sollen. Die Technik soll für mich arbeiten und nicht umgekehrt.
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Re: Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

Beitrag von Sponskonaut »

Nun denn, so leicht will ich mich noch nicht geschlagen geben... [lachen1] [yess]

Mein aktueller Versuch besteht jetzt aus dem guten, alten Firefox – und Bing! Zugegeben, Letzteres ist in Sachen Datenschutz auch nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss, aber nachdem die anderen alternativen Suchmaschinen meinem Workflow so gut wie gar nicht entgegenkamen, muss ich eben ein paar Zugeständnisse machen. Mein Kurs lautet jetzt: Dezentralisierung. Das heißt, ich will erst mal nur weg davon, sämtliche oder zu viele Daten nur bei einem einzigen Anbieter zu haben. Was ja bei der Google der Fall ist.

Mit dem Switch zurück zum Firefox ziehe ich also zunächst Lesezeichen, Passwörter und diverse Browser-Einstellungen in mein Mozilla-Profil um. Der Browser funktioniert auch 1a, eine Einstellung musste ich allerdings in about:config vornehmen, weil das Teil auf dem Mac ein merkwürdiges Verhalten an den Tag gelegt hat. Wenn ich auf dem externen Bildschirm auf Youtube ein Video im Vollbild abgespielt habe, ist auf dem MacBook-Screen das Dock ausgeblendet worden. Wie gesagt, hat sich mit einem Wert in der Config aber beheben lassen. Das zweite Blöde, das ich aber nicht ändern kann, ist, dass beim Mozilla-Browser alle Startseiten automatisch aufgerufen werden, wenn ich ein neues Fenster öffne. Das ist vor allem deswegen ungünstig, weil ich mir immer ein zweites Fenster auf dem Notebook-Screen aufmache und da die Startseiten nicht brauche, sondern nur einen offenen Tab mit der Suchmaschine. Aber das habe ich jetzt einfach damit behoben, dass ich auch Bing als Startseite eingerichtet habe und den Tab dann rüberziehe. Dann öffnet sich auch ein Fenster mit nur diesem Tab. Ist absolut okay so.

Was die Suchmaschine angeht, scheint Microsofts Bing noch die beste Alternative zu sein. Die Suchergebnisse bringen mich weiter, die Knowledge-Panels sind besser als bei anderen Konkurrenten, und bei der Suche nach Läden, Ärzten oder anderen Locations öffnet sich wenigstens eine Karte. Damit kann ich dann auch arbeiten. Einen Microsoft-Account habe ich wegen der Xbox zwar, muss mich aber nicht zwingend anmelden, um Bing zu nutzen. Das heißt, hier wird mein Verlauf auch nicht direkt meinem personalisierten Profil zugeordnet, was ja auch irgendwie beruhigend ist.

Jedenfalls werde ich weiterhin versuchen, die Google-Nutzung zu minimieren. Wenn auch nicht drastisch, aber wenigstens Schritt für Schritt. Als Alternative zu Google Drive und Dropbox werde ich jetzt mal STORJ ausprobieren und schauen, wie ich damit klarkomme.
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Re: Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

Beitrag von Sponskonaut »

Übrigens ist mir jetzt mal aufgefallen, dass die Bildersuche in Bing um Welten besser ist als Google. Für die Arbeit benötige ich ja immer hochauflösende Filmbilder, und die finde ich auf Bing wesentlich schneller bzw. finde ich sie generell dort eher als per Google. Ist schon Wahnsinn, was für ein Unterschied das ist. [daumen]

Was den Mail-Client angeht, bin ich jetzt bei Apple Mail gelandet, vermisse Spark aber schon irgendwie und kann mich nur schwer davon trennen. Aber auf ein paar optische Feinheiten kann ich zugunsten der Sicherheit aber gut und gerne verzichten. Würde auch gerne Thunderbird unter macOS nutzen, aber für iOS gibt es den Client leider nicht – und ich nutze sowohl mobil als auch stationär gerne dieselben Anwendungen. Zumal Thunderbird immer noch altbacken wirkt. Aber nächstes Jahr soll ja eine überarbeitete Version rauskommen, die ich mir auf jeden Fall anschauen werde. Sollte die was taugen, werde ich vielleicht auf dem iPhone einfach nur die GMX-App verwenden, zumal ich bis dato vermutlich auch nur noch diese eine Adresse nutzen werde.

So oder so will ich die Dezentralisierung ein bisschen vorantreiben und von "Big Data" langfristig wegkommen. Habe einfach kein gutes Gefühl mehr damit, so sorglos mit meinen Daten umzugehen. Ich finde, das muss möglich sein, auch ohne allzu viel Komfort zu verlieren. [hmm]
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