Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

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Beitrag von Viktualia »

Sponskonaut hat geschrieben: Mi 24. Okt 2018, 23:47 Beispielsweise hat man sehr oft die Möglichkeit, sich in Foren oder bei App-Drittanbietern mit seinem Facbook- oder Google-Account zu registrieren. Davon würde ich absehen, da man irgendwann nicht mehr nachvollziehen kann, inwieweit man seine diversen Profile miteinander "vernetzt" hat. Das kann auf lange Sicht einfach nicht gut sein.
Das sehe ich auch so und habe immer abgelehnt. Ich sehe darin auch nicht wirklich Sinn, jedenfalls für mich. Ich hatte auch hin und wieder überlegt, ob ich meine Facebook Account lösche. Posten tue ich so gut wie gar nichts mehr. Bin nur noch geblieben, da es dort zwei Gruppen gibt und zu 90 % alles darüber läuft und sonst nichts mehr mitbekommt. Aber vielleicht ist auch das mir eines Tages egal.
Den Film "Snowden" habe ich auch gesehen. Ist schon krass was alles möglich ist.
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Beitrag von Sponskonaut »

Viktualia hat geschrieben: Do 25. Okt 2018, 14:15 Das sehe ich auch so und habe immer abgelehnt. Ich sehe darin auch nicht wirklich Sinn, jedenfalls für mich. Ich hatte auch hin und wieder überlegt, ob ich meine Facebook Account lösche. Posten tue ich so gut wie gar nichts mehr. Bin nur noch geblieben, da es dort zwei Gruppen gibt und zu 90 % alles darüber läuft und sonst nichts mehr mitbekommt.
Ging mir genauso, war nur noch in einer Gruppe aktiv, ansonsten habe ich nichts mehr gepostet, weil ich es einfach total sinnlos fand. Habe auch gerade meinen Account zur Löschung vormerken lassen. So wie ich es verstanden habe, wird die Löschung eingeleitet, wenn man sich innerhalb von 14 Tagen nicht mehr einloggt. Nach 30 Tagen soll das Ganze dann komplett verschwunden sein.

Ich habe mir allerdings mal den "Spaß" erlaubt, mir meine gesamten Facebook-Daten runterzuladen. Gibt ja eigens eine Funktion dafür - und ich war erschrocken, was da doch noch alles gespeichert war. Und das, obwohl ich nie allzu viel mit dem Account gemacht habe. Aber am meisten hat mich schockiert, dass wohl mein Google-Adressbuch dort hinterlegt war. [huch] Ich kann mich nicht erinnern, das jemals für meinen Facebook-Account freigegeben zu haben. Schon allein deswegen ist es gut, dass ich den verdammten Account jetzt gelöscht habe.

Nun ja, ich werde jetzt noch fleißig weiterschauen, was ich an Accounts noch so alles löschen kann. Bin auch noch bei einigen Shops registriert, bei denen ich sowieso nichts mehr kaufe. Die werden wohl als Nächstes dran glauben müssen.
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Beitrag von Sponskonaut »

Ich will an dieser Stelle noch mal ein kleines "Plädoyer" für mehr Umsicht im Umgang mit den eigenen Daten halten. Denn genau darum geht es ja in diesem Thread.

Wenn ich z.B. schon den Satz höre "Ich habe nichts zu verbergen", rollen sich mir die Zehennägel hoch. [nope] Sollte das mal jemand zu euch sagen, fragt ihn mal, ob er sein Smartphone nicht mit Fingerprint, PIN oder dergleichen gesichert hat, und ob er euch das Passwort zu seinem Mail-Account verrät. Vermutlich werdet ihr keinen finden, der euch diese Dinge so bereitwillig überlässt. Denn im Prinzip hat jeder etwas zu verheimlichen, was auch jedermanns gutes Recht ist - um genau zu sein, fällt der Schutz der Privatsphäre unter das Persönlichkeitsrecht, das im Grundgesetz verankert ist. Fälschlicherweise meinen wohl viele, dass dieses Recht keine Rolle spielt, wenn man ein "unbescholtener Bürger" ist...

Was diese Leute aber vergessen, sind die Folgen, die solch eine Sichtweise nach sich ziehen kann. Es mag ja sein, dass es vielleicht jetzt keinen großen Einfluss hat, wenn Regierungen und Geheimdienste massenweise (Meta)-Daten sammeln. Und dass sie das tun, haben ja nicht zuletzt die Snowden-Leaks zweifelsohne bewiesen. Aber was ist, wenn es mal einen politischen Umschwung gibt? Was, wenn plötzlich die falschen Leute Zugang zu all diesen Daten haben?

Was viele nicht berücksichtigen, ist, dass Massenüberwachung, wie sie von den Geheimdiensten spätestens seit 9/11 gang und gäbe ist, gerne von Diktaturen benutzt werden - und einzig dem Machterhalt dienen. Haben wir nicht alle schon mal Witze darüber gemacht, dass man sich schon gar nicht mehr traut, öffentlich bestimmte Schlagwörter zu benutzen, aus Angst, dass irgendjemand es mitkriegt? Und hat nicht jeder schon mal mit einem mulmigen Gefühl daran ebenfalls gedacht, als er einfach nur zu Hause telefoniert hat? Schon allein die Tatsache, dass uns das irgendwo im Hinterkopf rumgeistert und die Möglichkeit besteht, dass wir beobachtet werden könnten, zeugt davon, dass die Überwachung bereits funktioniert - nämlich auf psychologischer Ebene. Das heißt, schon alleine deshalb verhalten wir uns anders. Im Prinzip genau so, wie wenn man weiß, dass eine Kamera auf einen gerichtet ist. Und genau das schränkt uns in unserer Freiheit ein. Die Frage ist, ob wir uns dem tatenlos ergeben wollen.

Sicherlich ist hier auch die Politik gefragt. Große Konzerne müssten z.B. noch wesentlich strikter in die Schranken gewiesen werden, und Geheimdienste dürften nicht einfach so schalten und walten, wie sie es aktuell tun. Zumal die Massenüberwachung - und ich spreche hier explizit von Massenüberwachung, also von Menschen, die willkürlich einfach mal mitbeobachtet werden, ohne dringenden Tatverdacht -, noch keinen großen Anschlag verhindert hat. Schon allein deswegen sollte man sich fragen, ob die ständige Rechtfertigung "Terrorbekämpfung" überhaupt was taugt.

Was wir als User tun können, ist, es potenziellen Angreifern so schwer wie möglich zu machen.
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Beitrag von Sponskonaut »

Nachdem meine Posteo-Mailadresse schon vor einiger Zeit meinen Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen und ich auf meinen alten GMX-Account ausgewichen war, hatte ich mir vor ein paar einen neuen Account angelegt. Per Paypal für ein Jahr im Voraus bezahlt (12€), so weit, so gut.

Nun bekomme ich die Nachricht, dass einer meiner angelegten Aliase zu "generisch" und damit zu unsicher sei. Ähm, was soll das? Da ich bei den Namen meiner Mailadressen immer recht kreativ bin, kann ich das nicht so ganz nachvollziehen. Kurzum: Ich darf eine Wunsch-Adresse nicht behalten. Dazu wurde ich noch aufgefordert, denen Bescheid zu geben, sobald ich den Alias gelöscht hätte. Auch hier frage ich mich: Was soll das? Wenn die sehen, dass ich den Alias angelegt habe, sollten die doch auch mitkriegen, wenn ich ihn lösche. Warum muss ich da noch aktiv werden und denen eine Mail schreiben? Zumal ich für den Account ja bezahlt habe. Außerdem würde man sich vorbehalten, mein Konto komplett zu sperren, sollte ich der Löschung nicht nachkommen. Ich meine, geht's noch?

Sorry, aber das geht mir echt ein bisschen zu weit, weswegen ich den Posteo-Account direkt zur Löschung und die Rücküberweisung meines Geldes beauftragt habe. Zum Glück habe ich noch nirgendwo die Mailadresse angegeben! Werde nun erst mal bei GMX bleiben (die Werbung stört mich nicht sonderlich) und mich irgendwann mal nach einer anderen Adresse umschauen. Zumal ich mich mittlerweile ein bisschen "entspannt" habe, was das Datenschutz-Thema angeht. [zwinker] Ich denke, man muss da einfach einen goldenen Mittelweg aus Sicherheit und Komfort finden. Nimmt man es zu genau, beraubt man sich vieler Möglichkeiten.

Beispielsweise nutze ich schon längere Zeit die Google-Dienste: Kalender, Adressbuch, Chrome, Suchmaschine, Youtube. Der Kalender ist superpraktisch, um mit meiner Frau Termine zu teilen. Chrome ist für mich immer noch der am besten anpassbare und flotteste Browser. Auf Youtube habe ich einige interessante Kanäle abonniert, die ich sonst bei jeder Nutzung "händisch" raussuchen müsste. Und Google? Nun ja, ich habe schon einige andere Suchmaschinen ausprobiert. Aber seien wir ehrlich: So sehr man auch an Googles Auffassung von Datenspeicherung rummäkeln kann - die Suchmaschine liefert immer noch die besten Ergebnisse und (das ist für mich am wichtigsten) bereitet diese noch am besten auf. Wenn ich z.B. nach einer Serie oder einem Film suche, wird mir auch gleich die Besetzung angezeigt. Eine Info, die ich eigentlich immer haben will. Suche ich nach Läden, Restaurants oder Ärzten, bekomme ich die (aufgrund der Maps-Integration) fein säuberlich aufgelistet angezeigt. Da hinken alle anderen Suchmaschinen einfach hinterher. Was würde es mir also bringen, mir diese Funktionen selbst zu nehmen?

Dafür vermeide ich es z.B. den Gmail-Account zu benutzen. Außerdem habe ich in meinem Google-Account alle Funktionen deaktiviert, die jegliche Verläufe speichern. Natürlich kann man sich fragen, ob diese dann auch wirklich deaktiviert sind. Aber darauf vertrauen, dass die Buttons, die wir drücken, auch die versprochene Funktion bewirken, müssen wir uns doch bei allen Anbietern. Als Nächstes werden außerdem meine neu angelegten Social-Media-Accounts wieder dran glauben müssen. Benutze die eh nicht wirklich, kann mit ihnen also nichts anfangen - sie bringen meinem Leben keinen Mehrwert. Wie gesagt, ein umsichtigerer Umgang mit den eigenen Daten ist sicherlich angebracht, aber ich beschneide mich auch nicht um Funktionen, die mir meine Arbeit und meinen Alltag ungemein erleichtern. Damit würde ich genau die Vorteile des technischen Fortschritts vermeiden, die mir tatsächlich was bringen.
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Re: Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

Beitrag von Sponskonaut »

Sponskonaut hat geschrieben: Fr 15. Okt 2021, 20:35 Zumal ich mich mittlerweile ein bisschen "entspannt" habe, was das Datenschutz-Thema angeht. [zwinker] Ich denke, man muss da einfach einen goldenen Mittelweg aus Sicherheit und Komfort finden. Nimmt man es zu genau, beraubt man sich vieler Möglichkeiten.
Aktuell habe ich mich mal wieder mit dem Thema befasst, meine Ansichten haben sich aber nicht sonderlich geändert. [nono]

Zuletzt hatte ich zunächst mal ein paar alternative Suchmaschinen ausprobiert – bin aber letztlich wieder bei Google gelandet. Klar, viele Konkurrenten mögen zwar ähnliche Suchergebnisse oder gar anonymisierte Google-Treffer ausspucken, aber am Ende kommt es halt auch auf die "Präsentation" an. Ich meine, was bringt es mir, wenn ich nach veganen Restaurants suche, dann aber nicht mal eine Karte mit den möglichen Lokalitäten angezeigt bekomme?

Das nächste Thema wären die sogenannten "Knowledge Panels". Die sind mir in meinem Job sehr hilfreich, wenn ich z.B. kurze Zusammenfassungen von Filmen suchen. Bei alternativen Anbietern bestehen diese Panels lediglich aus Wikipedia-Verlinkungen. Bei Google hingegen bekomme ich in der Regel in ein, zwei Sätzen die Handlung ausgespuckt – genau das, was ich suche. Übrigens pflegt Google diese Panels sogar selbst, wie ich die Tage gelesen habe. Die Liste an Sachen, die mich bei anderen Suchanbietern stören, könnte ich noch endlos fortführen. [langweilig]

Was ich aber vor langer Zeit schon gemacht habe, ist, alle Verläufe im Google-Account zu deaktiveren. Benötige ich einfach nicht, sämtliche Suchverläufe auf Google oder Youtube noch mal einzusehen. Ich denke mal, dass man damit die Datensammelei schon mal eingedämmt hat. Nur wissen viele User wohl nicht, dass das überhaupt geht.

Was qualitativ noch einigermaßen Google nahekommt, ist die Brave-Suche, die zum Brave Browser gehört. Die haben wohl ihren eigenen Index, und der Browser ist außerdem auf Datenschutz ausgerichtet. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Brendan Eich, einem ehemaligen Mozilla-Manager. Allerdings gab es um den Kerl einige Kontroversen, außerdem ist das Unternehmen in den Staaten beheimatet, was dann in Sachen Datenschutz auch nicht gerade vielversprechend ist. Dazu kommt noch, dass der Browser ebenfalls auf Chromium aufbaut und sich im Grunde kaum von Chrome unterscheidet.

Wie gesagt, ich werde weiterhin bei den Google-Diensten bleiben, weil die einfach bestens funktionieren. Zumal ich in meinem Job ohnehin "für" Google schreibe, es also sinnlos wäre, da Alternativen zu nutzen.
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Re: Datenschutz, Privatsphäre & Sicherheit [Anleitung]

Beitrag von Sponskonaut »

So, habe jetzt noch mal meinen Google-Account durchforstet und bin tatsächlich auf alte Einträge gestoßen. Vor allem Suchverläufe, aber was ich jetzt auch gelöscht habe, sind "Gefällt mir"-Angaben auf Youtube. Nun dürfte mein Account "sauber" sein, zumindest habe ich im Grunde alles gelöscht. Meine Einstellungen sehen so aus:
Bildschirm­foto 2022-11-21 um 12.45.31.png
Trotzdem ist natürlich irgendwie erschreckend, was da alles getrackt wird, wenn man diese Verläufe nicht deaktiviert. Vielleicht muss ich mir doch mal überlegen, auf andere Anbieter umzusteigen bzw. zumindest die Daten so zu verteilen, dass sie nicht gesammelt bei einem Konzern landen. [hmm] Na ja, der Brave-Test war schon recht vielversprechend, wäre wenigstens mal ein Ansatz.

Davon mal abgesehen bin ich die Tage aber auch hingegangen und habe etliche Accounts löschen lassen. Hauptsächlich die von Shops, bei denen ich irgendwann mal was gekauft hatte oder vorhatte, dort was zu kaufen. Dummerweise kann man bei den wenigsten die Löschung selbst vornehmen, aber mit einer kurzen Copy-and-Paste-Mail ging das eigentlich relativ schnell. Die Bestätigungen trudeln auch langsam alle ein. Ergibt einfach keinen Sinn, meine Daten irgendwo liegen zu haben, wenn ich diese Zugänge überhaupt nicht nutze. Vor allem will ich einfach nicht, dass meine Adresse und Mailadresse an allzu vielen Orten gespeichert sind. Gehört für mich eben auch zur "Datensparsamkeit".
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