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Minimalismus

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Sponskonaut
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Minimalismus

#1

Beitragvon Sponskonaut » Mi 17. Apr 2019, 16:40

Ich habe mich in letzter Zeit ein bisschen mit dem Thema Minimalismus besch√§ftigt, was ja in den letzten Jahren schon quasi ein Lifestyle geworden ist. Au√üerdem habe ich mir auf Netflix k√ľrzlich die Doku "Minimalism" angeschaut, was mich tats√§chlich dazu motiviert hat, mein Konsumverhalten zu √ľberdenken. Und es hat gewirkt. [zwinker]

https://www.youtube.com/watch?v=0Co1Iptd4p4

Ich muss gestehen, dass mich das Thema wirklich "abgeholt" hat, und ich meinen Lebensstil und mein Konsumverhalten nun mal genauer beobachtet habe. Zwar war ich schon immer ein sehr ordentlicher Mensch, aber jetzt habe ich damit angefangen, mich von allem zu trennen, was ich sowieso nicht brauche oder benutze. Das beißt sich zwar mit der "Philosophie" meiner Frau, die eher so ein Jäger und Sammler ist, aber wenigstens zum Ausmisten habe ich sie jetzt bringen können, weil bei uns sowohl Wohnung als auch Keller komplett vollgestellt sind.

Womit ich selbst jetzt angefangen habe, sind erst mal die ganzen technischen Ger√§te. Meine Frau hatte ja schon √∂fter ausgemustertes Zeug aus der Firma mitgebracht: Notebooks, Tower, Monitore, Smartphones und dergleichen. Dazu hatte ich selbst noch ohne Ende alte Ger√§te, die ich nicht mehr benutzt habe. Das ganze Zeug habe ich in den letzten Wochen entweder verkauft oder √ľber Ebay-Kleinanzeigen verschenkt, weil ich es einfach nicht mehr sehen konnte - und langsam lichtet sich die Bude. Der Plan - den ich ja nun im Ansatz schon umgesetzt habe - ist, dass ich wirklich nur noch das behalte, was ich tats√§chlich nutze. Und sollte mal ein Ger√§t seinen Geist aufgeben, werde ich auf was Gebrauchtes zur√ľckgreifen. Habe mir vor ein paar Wochen eine "alte" DELL-Workstation zurechtgemacht, die meine Frau auch aus der Firma hatte. Habe in den Tower meine ganzen Platten geh√§ngt, womit der Rechner jetzt mein Hauptger√§t ist. Ansonsten habe ich nur noch mein Notebook behalten, das ich sowohl unterwegs als auch zu Hause nutze. Mit Smartphones werde ich es in Zukunft genauso handhaben und einfach das nutzen, was ich in die Finger kriege. Mein Honor View 10 wird das letzte Handy gewesen sein, das ich mir neu gekauft habe. Schon allein der Nachhaltigkeit wegen werde ich das nur noch so machen.

Ausmisten werde ich aber auch meine Klamotten, von denen ich eigentlich auch zu viel habe. Was noch brauchbar ist, mir aber nicht mehr passt oder was ich ohnehin nicht mehr trage, wird gespendet. Ergibt f√ľr mich keinen Sinn, die Schr√§nke voll mit Zeug zu haben, das mich sowieso nicht mehr interessiert. Die "richtigen" Minimalisten haben sogar nur einen ganz festen und begrenzten Besitz an Kleidung, was aber √ľberhaupt kein Problem darstellt. Denn seien wir ehrlich: Meistens zieht man doch eh immer dieselben drei Teile an, weil sie entweder bequem oder einfach zu Lieblingsteilen geworden sind.

Mittlerweile hat sich mein Technikinteresse aber sowieso arg relativiert, was aber auch nicht √ľber Nacht kam, sondern eher eine Entwicklung der letzten Jahre. Nur ist mir jetzt bewusst geworden, wie viel Zeit ich mit dem Mist verschwendet habe. Zeit, die ich mit anderen Dingen sinnvoller h√§tte nutzen k√∂nnen. Es ist aber definitiv ein gutes Gef√ľhl, sich von dem diesem Besitzgedanken freizumachen. W√§hrend ich fr√ľher bei MediaMarkt & Co. immer an den Elektroniksachen h√§ngen geblieben bin, gehe ich jetzt uninteressiert an dem Zeug vorbei - weil es einfach keine Bedeutung mehr f√ľr mich hat.

Was an dem Minimalismus-Gedanken aber wohl das Ausschlaggebendste ist, ist das "Mindset". Denn es geht ja nicht nur darum, sich von dem vielen unn√∂tigen Besitz zu trennen, sondern seine Einstellung insofern zu ver√§ndern, als dass man dem Materiellen keine gro√üe Bedeutung mehr beimisst und sich stattdessen auf die wichtigen Dinge des Lebens fokussiert. F√ľr mich bedeutet das, dass ich jetzt u.a. damit anfange, meine Freundschaften besser zu pflegen. Und wenn ich ehrlich bin, dann freue ich mich auf ein Treffen und ein gutes Gespr√§ch mit Freunden mehr als auf jedes neue Gadget, das man f√ľr Geld erstehen kann. [yeshappy] Und der bewusstere Umgang mit Geld w√§re dann das n√§chste Thema, das ich aber an dieser Stelle nicht weiter ausf√ľhren will. Mir geht es jedenfalls bei der Minimalismus-Sache zum gr√∂√üten Teil um die Konzentration aufs Wesentliche, die beim Lossagen vom Materialismus erst anf√§ngt. Achtsamkeit geht damit nat√ľrlich auch einhher.

Ich f√ľr meinen Teil habe den Minimalismus-Gedanken schon mal adaptiert und werde ihn in naher und weiterer Zukunft sicherlich noch vertiefen. Auf jeden Fall habe ich schon mal meine Einstellung ge√§ndert, was mir sichtlich guttut.

Wie sieht es bei Euch aus? Ist der Minimalismus ein Thema, das Euch anspricht? Oder seid Ihr vielleicht selbst schon in der Richtung tätig geworden?


I have no country to fight for; my country is the earth, and I am a citizen of the world.
- Eugene V. Debs

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