Digital oder physischer Datenträger?

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Re: Digital oder physischer Datenträger?

Beitrag von Sponskonaut »

So, jetzt habe ich wieder zwei Päckchen für Rebuy und Momox gepackt. Kommt ein bisschen Kohle bei rum und ich bin den Kram los. [yeshappy] Habe in letzter Zeit eh so wenige Filme wie noch nie geguckt und schon gar nicht die, die ich noch im Regal stehen habe. Warum soll ich die aufheben?

War auch kürzlich mal wieder in dem ziemlich großen Frankfurter Saturn und habe ich bisschen gestöbert, aber die Preise (vor allem von den Neuerscheinungen) sind ja echt nicht feierlich – und in einem Dreivierteljahr kosten die nur noch die Hälfte... Aber selbst Filme für unter 10€, die ich vor ein paar Jahren noch als Schnäppchen angesehen und gleich mitgenommen hätte, sind mir mittlerweile zu teuer. Ganz einfach aus dem Grund, weil der Nutzen nicht gegeben ist. Dann stellt man sich das Zeug ins Regal, wo es dann nur verstaubt. Und bestenfalls guckt man den kram dann alle zwei Jahre mal. Lohnt sich einfach nicht, wenn die Streaming-Dienste permanent Filme auf Abruf bereithalten und auch regelmäßig Neues nachschieben.
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Re: Digital oder physischer Datenträger?

Beitrag von Sponskonaut »

Nachdem ich jetzt so ziemlich alle Filme losgeworden bin, die ich tatsächlich nicht mehr gucken würde, geht es nun an die nächste Phase: Filme zu gucken, die ich danach verkaufe. [lachen1]

Es ist nämlich vieles dabei, von dem ich jetzt schon weiß, dass ein einmaliges Schauen ausreichen wird. Genau das ist bei der Sammelei ja auch das Problem: Wenn man erst mal in diesem Konsum-Flow drin ist, in dem man denkt, dieses oder jenes unbedingt seiner Sammlung hinzufügen zu müssen, dann kauft man eben auch Zeug, das man definitiv nur einmal guckt. Und das macht tatsächlich den Großteil meiner Sammlung aus. Wenn ich es mal auf die Sachen runterbreche, die ich auf jeden Fall wieder gucken werde, dann kann ich die im Grunde an einer Hand abzählen. Von daher ist meine Vorgehensweise wirklich sinnvoll, mir jetzt so langsam die ganzen Filme reinzufahren, die nach einmaligem Konsum eh nur im Regal verstauben würden.

Für den Moment ist es aber schon cool, ein bisschen Platz geschaffen zu haben. Es wird definitiv nicht mehr viel in den Regalen verbleiben, außer ein paar Filmen, wenige Bücher und ausgewählter Deko-Kram. Aber die Zeit der großen physischen Filmsammlung ist definitiv vorbei. Eine solche will ich mir einfach nicht mehr ans Bein binden. [nono]
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Re: Digital oder physischer Datenträger?

Beitrag von Sponskonaut »

Die Tage hatte ich mir mal die Doku "The Last Blockbuster" angeschaut.

Hier der Trailer:



Es geht in der Dokumentation um die allerletzte Filiale der amerikanischen Videotheken-Kette Blockbuster. Der Laden befindet sich in der Stadt Bend in Oregon und ist tatsächlich immer noch geöffnet und gut frequentiert. Im Film kommt nicht nur Betreiberin Sandi Harding zu Wort, sondern auch einige Stars aus Film und Fernsehen, darunter Regisseur Kevin Smith ("Clerks") oder die Schauspieler Adam Brody ("O.C. California") und Jamie Kennedy ("Scream"). Außerdem erfährt man Hintergründe über die Geschichte der Kette und auch eine legendäre Anekdote, die mit Netflix zu tun hat. Aber die will ich an dieser Stelle nicht verraten. [zwinker]

Jedenfalls wurde mir da tatsächlich ein bisschen nostalgisch zumute, weil ich das ganze Prozedere, das mit einem Videotheken-Besuch einherging, auch noch in (guter) Erinnerung habe. Das Stöbern nach guten Filmen, der Geruch in der Videothek, der Austausch mit Freunden und wie viele Filmtipps man einfach über Mundpropaganda bekommen hat. Man war von den Medien schlicht und ergreifend noch nicht so reizüberflutet. Diese "Magie" und Atmosphäre greift die Doku so gekonnt auf, dass ich mich wirklich in die 80er und 90er zurückversetzt gefühlt habe. Genauso wie ein Kinobesuch war auch damals das Aufsuchen einer Videothek ein spezielles Erlebnis. Im Grunde ist die Doku eine nostalgische Liebeserklärung an diese Zeit.

Allerdings – und damit komme ich wieder aufs Thema zurück – hat es seinen guten Grund, dass Videotheken mittlerweile ausgestorben sind. Vor nicht allzu langer Zeit dachte ich ja selbst, ich könnte mit physischen Datenträgern irgendwie die Zeit zurückdrehen und dieses alte Gefühl wiederbeleben. Aber letztlich musste ich feststellen, dass das einfach nicht mehr geht – und auch nicht sein muss. [hmm] Die Zeiten haben sich nun mal geändert, und Streaming-Dienste haben weiß Gott auch ihre Vorteile. Mittlerweile würde ich sogar sagen, dass diese Technologie für Filmfans doch ein echter Segen ist, oder? Man muss sich nicht zur Videothek bemühen, verfährt keinen Sprit, kann seine Wahl gemütlich direkt von der Couch treffen und muss die Filme nicht anschließend wieder zurückbringen und schlimmstenfalls noch mehr bezahlen, weil man das Zeug nicht rechtzeitig zurückgebracht hat. Davon mal abgesehen, dass auch die Verfügbarkeit wesentlich besser gegeben ist. Ihr könnt euch doch sicherlich auch noch daran erinnern, wie sehr ihr damals irgendeinen neuen Film gucken wolltet, alle Exemplare aber ewig verliehen waren.

Von daher fand ich diesen kleinen Zeitsprung zurück zwar ganz schön, muss aber auch gestehen, dass ich diese Zeiten auch nicht wirklich vermisse. Wie geht es euch damit?
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Re: Digital oder physischer Datenträger?

Beitrag von Sponskonaut »

Einen ganz interessanten Artikel habe ich hier. Es geht darin um die Zukunft der UHD-Disc, also die 4k-Scheibe. Ich beziehe mich zum einen auf den Text, werde zum anderen aber auch ein paar Kommentare aufgreifen.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die UHD Blu-ray das letzte optische Medium für das Heimkino bleiben.
Das sehe ich tatsächlich auch so. Da die Verkäufe ohnehin schon zurückgegangen sind und beispielsweise Sony sein Angebot physischen Datenträgern minimiert hat, gehe ich auch sehr stark davon aus, dass mit der 4k das Ende der Silberscheiben bereits eingeläutet wurde. Ich kann gar nicht genau sagen, wie viele 4k-Filme ich im Regal stehen habe, aber wenn, dann wurden diese nicht bewusst gekauft, sondern waren (zusammen mit der normalen Blu-ray) einfach im jeweiligen Mediabook oder Steelbook enthalten. Aber die kann ich vermutlich an einer Hand abzählen.

Meiner Meinung nach spielen aber noch andere Faktoren eine Rolle, die die 4k eher zu einem Nischenprodukt machen, zu dem bestenfalls Technik-Enthusiasten greifen. Der wichtigste Punkt ist vermutlich der Preis. Wenn man mal schaut, welche Preise da immer noch veranschlagt werden, dann ist es kein Wunder, dass sich die UHD-Discs nicht bei der breiten Masse etabliert hat. Im Artikel steht ja auch, dass die DVD immer noch gefragt ist. Tatsächlich kenne ich auch kaum jemanden, der einen Blu-ray-Player zu Hause hat, geschweige denn einen 4k-fähigen. Wenn überhaupt, dann findet man noch DVD-Player. Aber die meisten Leute in meinem Umfeld nutzen vornehmlich Streaming-Dienste – was ich auch absolut nachvollziehen kann. Überhaupt sehe ich kaum noch Wohnungen – durch mein IT-Gewerbe und die Tierbetreuung meiner Frau bin ich recht oft bei anderen Leuten –, in denen man große physische Sammlungen findet. Das Gros der Menschen scheint schlicht und ergreifend davon abgekommen zu sein, sich einer ausufernden Sammelleidenschaft hinzugeben. Was mich zu einem Kommentar unter dem Artikel führt:
Ja, dieses Thema macht mich als großer Enthusiast immer ein Stück weit traurig und ich sorge mich um mein Hobby.
Finde ich ja grundsätzlich problematisch, wenn man ein Hobby hat, das dermaßen von Materiellem abhängig ist. Wobei diese Aussage ja impliziert, dass nicht Filme das Hobby sind, sondern das Plastik, auf das sie gepresst wurden. Also, was bedeutet diese Aussage? Dass das Hobby nur noch halb so viel taugt, wenn es keine physischen Datenträger mehr gibt? Sollte es nicht vielmehr um die Inhalte selbst gehen und nicht um die Verpackung?
Leider ist es doch auch so, dass der für den LAIEN sichtbare Unterschied zwischen „normalen“ und 4K-Blu-rays bei vielen Veröffentlichungen derart klein ist, dass man es schlichtweg nicht sieht. Dazu kommt noch, dass 4K erst ab Diagonalen von 65′, sogar 77′ bei normalem Sitzabstand beginnt Sinn zu machen.
Ich würde mich jetzt nicht als Laien bezeichnen, sehe aber zwischen Blu-ray und 4k bisher auch keinen signifikanten Unterschied – und die entsprechende Hardware ist vorhanden. Aber auch hier denke ich mir, dass mir ein Film nicht mehr oder weniger Spaß deswegen macht, weil er in einer vermeintlich sichtbaren "besseren" Auflösung daherkommt. Auch hier kommt es mir wesentlich mehr auf die Qualität des Inhalts an.

Wie es ja aus diesem Thread schon ersichtlich ist, macht mich diese Entwicklung nicht allzu traurig. Warum? Mir einen Haufen Filme ins Regal zu stellen, um die "Sicherheit" zu haben, sie auch dann noch gucken zu können, wenn sie digital nicht mehr verfügbar sind, ist für mich einfach kein Grund mehr, mir die Bude mit all diesem Kunststoff vollzustellen. [nono] Solche Sachen will ich mir nicht mehr ans Bein binden. Spätestens unser Umzug vor zwei Jahren hat mir die Augen geöffnet. Ich saß auf fünf bis sechs IKEA-Boxen voller Filme und habe die wie ein Bekloppter rumgeschleppt. Und wie viel Zeit ich darin investiert habe... [hand-vor-gesicht] Erst musste das Zeug eingepackt werden. Dann habe ich die Kisten erst mal zu meinem Bruder schleppen müssen, weil ich keinen Platz hatte und sie irgendwo zwischenlagern musste. Dann habe ich eigens für die Filme neue Regale gekauft, weil die alten ja im Hochwasser untergegangen sind. Die mussten natürlich aufgebaut werden. Dann bin ich wieder zu meinem Bruder gefahren, habe die Kisten eingesackt und wieder geschleppt. Und letztlich mussten die Filme natürlich ausgepackt und fein-säuberlich einsortiert werden. Nicht auszudenken, wie viel Zeit und Geld ich da investiert habe – und spätestens da habe ich festgestellt, dass mich die Sammlung mehr nervt, als dass sie mir Freude bereiten würde.
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Re: Digital oder physischer Datenträger?

Beitrag von Sponskonaut »

War auf meinem Ausflug heute auch mal wieder im Saturn und fast schon erschrocken darüber, wie wenig Interesse ich noch habe, mir Filme tatsächlich auf einem physischen Datenträger zu kaufen. [lachen1] Früher hätte ich locker mal eine ganze Hand voll Scheiben gefunden, die mich interessiert hätten. Aber mittlerweile sehe ich tatsächlich überhaupt keinen Sinn mehr darin, Blu-rays unbedingt besitzen zu müssen. Schon erstaunlich, wie sich so was derart wenden kann. [hmm] Aber gut, ich bin ja froh darüber.

Damals war es für mich tatsächlich ein festes Ritual, nach den Pressevorführungen noch zu Saturn zu schlendern und was mitzunehmen. Da habe ich locker mal ein, zwei FIlme gefunden, die ich direkt mitgenommen habe. Heute kann ich mich nicht mal mehr daran erinnern, was ich mir dort alles gekauft habe – schon sehr bezeichnend.

Interessant finde ich aber die Preise. Da werden Steelbooks für 6 oder 7€ rausgehauen, während ein paar schnöde Amarays für das Doppelte verkauft werden. Klar, kommt natürlich auch darauf an, von wann ein Film ist. Aber 15€ für eine langweilige Scheibe finde ich echt ziemlich happig. Da ist es kein Wunder, dass die Käufe zurückgehen und die Abteilungen immer kleiner werden. Bei meinem Bruder im MediaMarkt wurde die Filme-Abteilung auch schon massiv verkleinert. So langsam (eben auch bedingt durch die Streaming-Dienste, das lässt sich nicht leugnen) scheinen physische Filmdatenträger tatsächlich ein Auslaufmodell zu sein. Ich glaube ja, das Einzige, was der Ablösung durch ausschließlich digitale Inhalte und Vertriebswege noch im Weg steht, ist der "Old-School-Gedanke" vieler Leute, für ihr Geld unbedingt was Materielles in den Händen halten zu wollen.
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