Viktualia hat geschrieben: Mi 3. Jun 2026, 21:44
Ich fand damals "Ferris macht blau" lustig und cool. Aber als ich ihn mir – voller Vorfreude auf diesen Film – letztes Jahr anschaute war ich doch recht enttäuscht und habe sogar abgebrochen. Den Film bis zum Ende anzuschauen hätte ich als Zeitverschwendung empfunden.
Sehr interessant! Ich glaube, bei dem Film würde es mir genauso gehen. War früher auch ein großer Fan, aber ich denke auch, der Humor hat sich mittlerweile „abgenutzt“.
Ich denke nicht nur, dass man sich selbst verändert hat, sondern die Art von Filmen und der Humor generell hat sich mit der Zeit verändert.
Guter Punkt! Man muss halt auch einfach sagen, dass viele Filme nicht gut gealtert sind. Vermutlich vor allem aus dem Grund, weil sie ein ganz anderes Gesellschaftsbild aus einer ganz anderen Zeit widerspiegeln. Wenn ich so alte Sachen heute sehe, denke ich mir oft, dass sie einfach nicht mehr in die heutige Zeit passen. Oft denke ich mir da: „Alter, was für'n Boomer-Humor!"
Ach ja, da fällt mir noch ein Film ein, dieser ist auch ein gutes Beispiel, dass sich die Gesellschaft auch verändert hat. Der Film mit Michael Douglas "Falling Down - ein ganz normaler Tag", fand ich damals auch gut und stellenweise witzig. Da diese Art, wie ich empfand, es nur in Filmen gab. Also nicht echt war.
Puh, den müsste ich mir echt mal wieder anschauen, um das für mich zu beurteilen. Hab den damals sogar im Kino gesehen und ziemlich gefeiert. Aber wie du schon sagst: Amokläufe hat es in den letzten Jahrzehnten zu Genüge gegeben.
Dazu kommt noch, dass es sooo viele Filme bisher gab und noch gibt die etliche Themen aufgreifen. Es gibt so gut wie kein Tabu mehr. So ist man selbst ja schon irgendwie "resistent".
Das stimmt allerdings, wobei mir da direkt „Hanau“ von Uwe Boll in den Sinn kommt. Zugegeben, ist ja schon ein sehr spezieller Typ, aber das zeigt auch, wie schnell reale Tragödien dann doch zu Filmen gemacht werden. Kann man sich natürlich drüber streiten, wie pietätlos und „sinnvoll“ das überhaupt ist.
Dazu fällt mir einer meiner besten Freunde ein, der mittlerweile keine Actionfilme mehr mit expliziter Gewalt schaut bzw. Filme, in denen Brutalität eher ins Humorvolle gezogen wird. Er hatte vor mehreren Jahren ein sehr traumatisches Erlebnis und will sich seitdem solche Filme nicht mehr anschauen. Aber ich denke, sein Beispiel zeigt ganz gut auf, wie sich der eigene Kunst- und Medienkonsum mit mehr Lebenserfahrung verändern kann.
Es gibt für mich nicht mehr so viele neue Filme von denen ich sage, dass sie richtig klasse sind. Aber es kommt schon mal vor.
Ja, das ist noch mal ein ganz eigenes Thema. Ich glaube, der letzte Film, der mich richtig umgehauen hat, war „Parasite“, der koreanische Oscar-Preisträger. Hatte den damals noch in der Pressevorführung gesehen und war richtig begeistert. Aber das war 2019 (!!!). Ansonsten müsste ich noch mal schwer überlegen, bei welchem anderen Film mir das seitdem noch mal so gegangen ist.