Ich hatte die ganze Zeit gedacht, dass es nur sinnvoll ist, die Serie zu schauen, wenn man auch die Videospiele kennt. Vermutlich ist es für eingefleischte Fans ein tolles Erlebnis, Charaktere, Schauplätze und Easter Eggs zu erkennen, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die "Fallout"-Serie auch dann Spaß macht, wenn einem das Universum überhaupt nicht geläufig ist. Und ich muss zugeben, dass ich hier wirklich keinerlei Vorkenntnisse habe und das Format tatsächlich nur vom Namen kenne. Trotzdem hat mich die Serie gleich gepackt.
Das liegt zum einen daran, dass der Anfang schon neugierig macht, und zum anderen an den interessanten Figuren. Davon mal abgesehen mag ich auch den Humor. Was mich aber am meisten begeistert, ist das ganze Setting. Ich bin ja ohnehin ein Fan von dystopischen, postapokalyptischen Geschichten, aber hier ist das Szenario einfach unglaublich reizvoll. Zumal ich die Serie auch gekonnt inszeniert finde. Allein an den Effekten merkt man, dass Amazon mit den aufgekauften MGM Studios, die ja auch schon immer für "James Bond" verantwortlich bezeichnet haben, anscheinend einiges an Geld in die Hand genommen haben.
Jedenfalls habe ich gerade mal die zweite Episode durch und bin gefühlt mittendrin im Serien-Universum. Von der visuellen Inszenierung mal abgesehen, gefällt mir aber auch das Storytelling. Man muss das Spiel wirklich nicht kennen, bekommt aber auch nicht alles haarklein vorgekaut. Dennoch erklärt sich die Geschichte quasi wie von selbst. Ich finde, Regisseur Jonathan Nolan (Christopher Nolans Bruder) hat hier das goldrichtige Erzähltempo gefunden. Man kommt gut in die Story rein und hat auch noch genug Zeit, um die Charaktere kennenzulernen.
Jedenfalls finde ich "Fallout" bislang sehr, sehr stimmig – und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
