Klar, Dinos gehen immer!
Allerdings muss man auch dazusagen, dass man mit Dunkelheit, Blitzen, Flackerlicht und permanentem Mündungsfeuer auch viel kaschieren kann. Aber gut, geschenkt. Zumal ich fand, dass vor allem das Finale visuell einiges hermacht, bedenkt man beispielsweise die paar gekonnt inszenierten Slo-Mo-Szenen. Das hat schon irgendwie Spaß gemacht. Bei Tageslicht sehen die Dino-Animationen aber beileibe nicht mehr so überzeugend aus. Teilweise hatte ich im Ansatz schon den Eindruck, es mit einer eher billigen Doku zu tun zu haben.
Was die Effekte angeht, hält es sich also gerade so die Waage. Was ich aber gar nicht gerne sehe, ist, wenn dauernd CGI-Blut fließt, was mittlerweile in vielen Produktionen zu einer regelrechten Unart geworden ist. Apropos: Ein paar recht blutige und brutale Szenen hat "Primitive War" tatsächlich zu bieten – was den Film aber unterm Strich auch nicht besser macht. Und noch anschließend zur Inszenierung: Soundtrack und Stimmung haben es sogar geschafft, Vietnamkriegs-Atmosphäre zu transportieren, auch wenn es so wirkt, als hätte man sich zu sehr an den großen Genre-Kollegen orientiert.
Schauspielerisch darf man hier auch keine Glanzleistungen erwarten. Ryan Kwanten würde ich zum Beispiel nicht gerade zur A-Riege zählen, NIck Wechsler hatte seine größten Auftritte in "Roswell" und zuletzt in ein paar Serien wie "For All Mankind" und "The Boys", allerdings auch nicht in Hauptrollen. Deswegen stechen Jeremy Piven ("Entourage", "Mr Selfridge") und Tricia Helfer ("Battlestar Galactica") hier deutlich heraus. Leider sieht man Piven, der noch die überzeugendste Leistung abliefert, viel zu selten.
Erzählerisch darf man in diesem Dino-Actioner leider auch nicht allzu viel erwarten. Tatsächlich empfand ich den Streifen als viel zu lang, was bei mir schon was heißen will, weil ich damit eigentlich nie ein Problem habe. Eher noch im Gegenteil. Aber "Primitive War" hat für mich tatsächlich ein paar Längen, was nicht zuletzt an so einigen Sequenzen liegt, die eher oberflächlich Themen wie PTBS und den Grauen des Krieges anschneiden. Auf mich wirkte das eher ungelenk und gleichermaßen eher pflichtbewusst irgendwie verwurstet.
Wie gesagt, große Erwartungen hatte ich von vornherein eigentlich gar nicht, trotzdem hatte ich ein bisschen mehr erwartet. Vor allem der unnötig in die Länge gezogene Plot, der für mich persönlich einmal zu viel das "Wegrennen-und-schießen-Schema" bemüht, und die teilweise nicht so gelungenen Spezialeffekte haben dafür gesorgt, dass mich der Film über die gesamte Laufzeit nicht wirklich gepackt hat. Und erschwerend kommt hinzu, dass auch nicht unbedingt ein Sympathieträger vorhanden ist. Zumindest hat mich keine der Figuren so überzeugt, dass ich mit den Protagonisten richtig hätte mitfiebern können.
Meine Wertung:
