2005 // Dark Water - Dunkle Wasser

Antworten
Benutzeravatar
Sponskonaut
SERIENGEEK
SERIENGEEK
Beiträge: 4479
Registriert: Di 9. Dez 2008, 02:08
Wohnort: Freelancer, der viel free lancen tut...
Danksagung erhalten: 7 Mal

2005 // Dark Water - Dunkle Wasser

Beitrag von Sponskonaut »

Und weiter geht es im Shocktober mit "Dark Water - Dunkle Wasser" von 2005. Wobei man den Film auch getrost und Mystery einordnen könnte. Aber ich denke mal, dass er irgendwo zwischen Horror, Drama und Mystery zu verorten ist.


  Handlung
Dahlia (Jennifer Connelly) befindet sich gerade in Scheidung und zieht mit ihrer Tochter Ceci (Ariel Gade) in eine neue Wohnung in einem Hochhaus auf Roosevelt Island in New York. Doch als dunkles Wasser anfängt von der Decke zu tropfen, wird die ohnehin traumatisierte Mutter von Visionen heimgesucht, während Ceci eine vermeintlich imaginäre Freundin findet.

Tatsächlich ist "Dark Water" auch so ein Film, den ich irgendwie immer Hinterkopf hatte, aber mir nie angeschaut habe. Bin aber nun froh, dass ich ihn (nach 20 Jahren) auf Disney+ endlich mal nachgeholt habe – denn er hat mir wirklich ziemlich gut gefallen. Im Grunde ist es eine ähnliche Geschichte wie in "The Dogs", nur wesentlich subtiler und geschickter erzählt.

Im Gegensatz zu "The Dogs" fällt "Dark Water" nicht so offensichtlich mit der Tür ins Haus und baut vor allem die Spannung viel gekonnter auf. Zudem punktet das Remake des gleichnamigen japanischen Originals mit einer diesig-regnerischen Atmosphäre, die wie die Faust aufs Auge zur düsteren Thematik passt: Traumata, Verlust und Abschied. Überhaupt schafft es der Horror-Mystery-Thriller eine Geschichte zu erzählen, über die man im Nachhinein noch viel nachdenken kann, wenn man bedenkt, welche Bedeutungen Wasser (das hier ja ein zentrales Element ist) in der Psychologie und der Traumdeutung hat. Allein das macht den "Gruselfilm" von Regisseur Walter Salles tiefgründiger als ähnliche Genre-Beiträge.

Dass das so gut funktioniert, liegt aber nicht nur an der gekonnten Mischung aus Drama und Mystery und der gesamten Inszenierung, sondern auch an der Besetzung. Jennifer Connelly sticht hier mit ihrer angenehm zurückhaltenden Performance, die nicht viel mit den klassischen "Scream Queens" gemein hat, vor allem heraus. Aber auch die kleine Ariel Gade und der restliche Cast um Tim Roth, Pete Postlethwaite, Dougray Scott und John C. Reilly liefert hier überzeugend ab. Man merkt dem Film tatsächlich die Starpower an, weil alle Darsteller in ihren Rollen aufgehen.

Ich bin wirklich froh, dass ich "Dark Water" erst nach 20 Jahren gesehen habe, weil ich damit endlich mal wieder ein emotionales und clever inszeniertes Werk gesehen habe, wie man es heute kaum noch bekommt. Ich weiß gar nicht genau, wie ich es beschreiben soll. Aber "Dark Water" steht einfach für eine Zeit, in der noch wirklich ambitioniertes Kino mit Tiefgang gemacht wurde – und keine durchschnittliche Massenware, wie man sie heutzutage oft serviert bekommt.

Meine Wertung: [popcorn] [popcorn] [popcorn] [popcorn] von 5 Popcorn-Portionen (weil für mich hier alles passt: von der Inszenierung über die Darsteller bis hin zum psychologischen Unterbau der Erzählung)
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
Antworten

Zurück zu „Horror & Fantasy“