Wie gesagt, habe den Film erst vor wenigen Minuten geschaut und bin noch gar nicht so richtig wieder da... Das heißt, inszenatorisch hat mich dieses Sci-Fi-Abenteuer wirklich abgeholt. Was die Effekte angeht, kann man den Regisseuren Phil Lord und Chris Miller überhaupt keinen Vorwurf machen. Das sieht schon alles verdammt solide aus, und auch die eine oder andere „epische“ Einstellung bekommt man zu sehen. Das hat auf jeden Fall seinen Charme.
Was die Besetzung betrifft, kann man hier ebenfalls absolut nichts bemängeln. Ryan Gosling macht seinem Job mal wieder sehr sympathisch, und auch die Deutsche Sandra Hüller, die ja mittlerweile in Hollywood hoch gehandelt wird, spielt überzeugend auf. Wobei man bei ihr fast schon sagen könnte, dass sie in ihrer Rolle überfordert ist. Den größten Reiz der Erzählung machen aber definitiv Ryan Gosling und sein außerirdische Mitspieler auf – was vermutlich auch nicht wirklich gespoilert ist.
Kommen wir damit zum großen Aber. Zugegeben, visuell hat mich „Der Astronaut“ auf jeden Fall abgeholt. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass zum ganz großen Wurf in jederlei Hinsicht irgendwie noch etwas fehlt. Zumal der Film (basierend auf einem Roman von Andy Weir) nichts wirklich Neues erzählt. Dass jemand allein im All und auf sich gestellt ist, hat man z.B. schon in „Der Marsianer“ gehen, ebenfalls eine Story von Andy Weir. Man denke aber auch an „Gravity“ oder „Moon“, ähnliche Erzählungen.
Was mir hier aber vor allem gefehlt hat, war die emotionale Wucht. Klar, das Ganze ist schon irgendwie herzergreifend, aber irgendwie (zumindest für meinen Geschmack) einfach nicht genug. Wenn ich da nur an „Contact“ oder „Interstellar“ denke, dann kann ich im direkten Vergleich guten Gewissens sagen, dass die mich emotional wesentlich mehr abgeholt und überzeugt haben.
Tonal kam ich erst mal nicht so richtig in den Film rein. Was wohl aber daran liegt, dass ich nicht erwartet hatte, dass doch so viele lustige Momente dabei sind, die vor allem von Ryan Gosling ausgehen. Tatsächlich würde ich das Werk irgendwo zwischen Sci-Fi-Abenteuer und (tatsächlich) Feelgood-Movie einordnen. Wie gesagt, meine Erwartungshaltung hat wohl irgendwie nicht so richtig zum Film gepasst.
Kurzum: „Der Astronaut“ war für mich zwar solide Samstagabend-Unterhaltung, aber richtig umgehauen hat er mich leider nicht. Dafür erzählt der Film nichts Neues, kommt emotional nicht an ähnliche Genre-Vertreter heran und regt aufgrund der eher obligatorisch eingebetteten sozialkritischen Töne auch nicht zum Diskutieren ein. Wie gesagt, insgesamt solide inszeniert, aber unterm Strich hat er von allem gefühlt einen Tick zu wenig geboten, um für mich so was wie Kultstatus zu erreichen.
Meine Wertung:
