Nachdem ich vor Jahren den Trailer gesehen hatte – das muss noch zu Zeiten gewesen sein, als ich meinen Filmblog hatte –, war mir schon irgendwie klar, was mich erwarten würde: ein bunter Hochglanz Actionfilm mit übertrieben brutalen Szenen und ein paar komischen Momenten. Visuell fühlte ich mich sofort an Werke wie „Kate“ oder „Polar“ erinnert. Das Ganze wirkt wie eine Graphic-Novel-Adaption, ist es aber gar nicht. Aber ich denke, mit diesem Hinweis können die meisten schon erahnen, in welche Richtung es geht.
Hat mich das unterhalten? Nun ja, nicht wirklich, weil „Gunpowder Milkshake“ gefühlt nichts Eigenes mitgebracht hat und im Grunde alles so wirkte, als hätte man es irgendwo schon mal gesehen: die „obercoolen“ Figuren, die (leider teilweise mit CGI-Blut inszenierten) derben Action-Sequenzen und ein paar komische Szenen, die selbstredend von mehreren Protagonisten getragen wurden, die ganz offensichtlich als „Comic Relief“ herhalten mussten.
Was die Geschichte für mich vor allem sehenswert gemacht hat, waren die Darsteller. Karen Gillan, die man aus den „Jumanji“-Remakes kennt, konnte überzeugen, auch wenn ich teilweise ihre Action-Choreografien nicht wirklich überzeugend fand. Dazu noch Paul Giamatti, Lena Headey, Carla Gugino, Michelle Yeoh und Angela Bassett – also auf jeden Fall prominent besetzt. Allerdings hatte ich den Eindruck, als ob die Darstellerinnen streckenweise doch arg unterfordert waren.
Wie gesagt, im Grunde war alles irgendwie vorhersehbar, dennoch haben ein paar Action-Sequenzen schon Spaß gemacht. Zudem hat mich die Story dann (gerade noch so) so packen können, dass ich doch bis zum Ende schauen wollte. Allerdings fand ich die Laufzeit von knapp 2 Stunden arg übertrieben. Das, was die Geschichte erzählt, hätte man locker in anderthalb Stunden unterbringen können.
Alles in allem bleibt das Fazit: Kann man sich mal anschauen, man verpasst aber auch nichts, wenn man den Film nicht gesehen hat. Wenn ich so darüber nachdenke, dann hätte mir „Gunpowder Milkshake“ tatsächlich wesentlich besser gefallen, wenn er nicht in diesem durchgestylten und tonal ebenso obligatorischen Graphic-Novel-Stil dahergekommen wäre, sondern eher als kleiner, rauer und körniger Rache-Thriller, ohne diese gewollt „lustigen“ Elemente. Ich glaube, in dieser Form hätte mich dieser Genre-Beitrag viel eher überzeugen können.
Meine Wertung:
