Die Story klingt erst mal eher unspektakulär, aber was Regisseur Brian Duffield (unter anderen Drehbuchautor für "Underwater", den Monsterhorrorfilm mit Kristen Stewart) aus der Geschichte macht, ist schon bemerkenswert. Der Filmemacher verwurstet hier vor allem "klassische" Alien-Elemente, was tatsächlich ziemlich gut funktioniert, zumal die Effekte schon echt ordentlich sind. An ein paar Stellen kann man zwar den Eindruck haben, dass ein bisschen mehr Budget nicht geschadet hätte, aber das ist, wie ich finde, Jammern auf hohem Niveau – denn die Inszenierung ist absolut stimmig.
Neben der Alien-Thematik, die ein bisschen an "Krieg der Welten" und ein wenig an "Die Körperfresser kommen" erinnert, erzählt Duffield auch eine emotionale Geschichte um Freundschaft, Schuld und Traumata. Vor allem zum Schluss des Films zeigt sich das, was ich sehr mitreißend in Szene gesetzt fand. Von Sci-Fi über Horror-Elemente bis hin zum Drama ist hier im Grunde alles vorhanden, wobei der Fokus natürlich auf der Invasions-Geschichte liegt - was (zum Glück) beileibe nicht den kompletten Film ausmacht.
Im Grunde ist "No One Will Save You" eine "One-Woman-Show", die von Kaitly Dever ("The Last of Us") grandios getragen wird. Übrigens ist der Film nur im englischen Original verfügbar, was aber überhaupt nicht ins Gewicht fällt, weil darin eigentlich gar nichts gesprochen wird. Auch das ist eine Besonderheit des Films. Wobei man dazusagen muss, dass das Sounddesign hier eine wichtige Rolle spielt. Habe mich direkt ein bisschen an "Die Weite der Nacht" erinnert gefühlt. Deswegen mein Tipp: Surround-Anlage nicht zu leise einstellen!
Erzählerisch kann ich dem Streifen auch rein gar nichts vorwerfen. Das Skript hat mir genug Zeit gelassen, um mit der Hauptfigur sympathisieren und mitfiebern zu können, ihre persönliche Geschichte wird erst zum Schluss "aufgelöst", und überhaupt hat der Film genau das richtige Pacing. Man muss nicht zu lange warten, bis es losgeht, aber die Spannung wird trotzdem behutsam genug aufgebaut. Und mit ziemlich genau anderthalb Stunden Laufzeit empfand ich "No One Will Save You" auch goldrichtig.
Was mir auch gefällt, ist, dass das Ende Spielraum für Interpretation lässt. Ich denke, Sci-Fi-Fans können hier nach Herzenslust interpretieren. Aber ich muss mir auf jeden Fall noch ein bisschen Trivia zum Film durchlesen, wenn ich was Interessantes finde. Kurzum: Mir hat "No One Will Save You" richtig Spaß gemacht, und ich will ihn hier als kleinen Geheimtipp einfach mal weiterempfehlen.
Meine Wertung:
