2024 // We Bury the Dead

Antworten
Benutzeravatar
Sponskonaut
SERIENGEEK
SERIENGEEK
Beiträge: 4473
Registriert: Di 9. Dez 2008, 02:08
Wohnort: Freelancer, der viel free lancen tut...
Danksagung erhalten: 7 Mal

2024 // We Bury the Dead

Beitrag von Sponskonaut »

Zufällig auf Amazon Prime Video gefunden und passend zum Shocktober, habe ich mir ganz spontan "We Bury the Dead" angeschaut – und bin doch einigermaßen angetan von dem Horror-Drama.


  Handlung
Als das US-Militär auf einem Kriegsschiff in Australien versehentlich eine experimentelle, neuartige Waffe auslöst, hat das verheerende Folgen. Denn im Bundesstaat Tasmanien sterben auf einen Schlag alle Menschen. Die amerikanische Physiotherapeutin Ava (Daisy Ridley) meldet sich für einen Freiwilligen-Trupp zur Bergung der Leichen, will auf diesem Einsatz aber auch ihren Mann finden, der sich zu dem Zeitpunkt dort aufgehalten hat. Doch einige Menschen erwachen als Untote wieder zum Leben.

Auf den ersten Blick klingt das natürlich wie der übliche Zombie-Horror – was "We Bury the Dead" unter dem Strich auch ist. Aber für alle Horror- und Zombie-Fans will ich die australische Produktion mal ein bisschen einordnen. Denn der Film ist weniger brutaler Schocker, sondern vielmehr ein Horror-Drama, das man in ähnlicher Form aber auch schon öfter gesehen hat. Trotzdem hat mich das Werk ziemlich gefesselt.

Das ist vor allem Daisy Ridley zu verdanken, die die meisten sicherlich aus "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" kennen dürften. Die Liefert in dem Horrorfilm eine solide Leistung ab. Tatsächlich hat mich "We Bury the Dead" stark an "The Walking Dead" erinnert: die Flashbacks, in denen Avas Geschichte erzählt wird, die teilweise ruhigeren Passagen und eben die Drama-Anteile. Dieser Mix hatte für mich auf Anhieb "TWD"-Vibes, wenn man vor allem an die ersten beiden Staffeln denkt.

Horror-Sequenzen mit den Untoten dürfen natürlich auch nicht vielen, die werden hier aber auch nicht inflationär eingesetzt. Würde das Ganze mal als "wohldosiert" bezeichnen, wobei in der zweiten Hälfte des Films der Drama-Aspekt gefühlt deutlich überwiegt. Und wer hier noch ein brachiales Finale wie in "Forbidden Floor" erwartet, sollte vorgewarnt sein. Das gibt es in der Form nicht, vielmehr gibt es ein Ende, das Hoffnung machen soll und sich ein bisschen in Sozialkritik übt.

Auf Rotten Tomatoes rangiert "We Bury the Dead" beim Feuilleton bei 87 Prozent, das Publikum gibt dem Film gerade mal 45 Prozent – wobei ich eher auf der Seite der Filmkritiker bin. Ich fand die Mischung absolut gelungen, auch wenn der Film das Genre nicht neu erfindet. Die Themen Verlust, Loslassen und Moral greift das Horror-Drama aber gekonnt auf, und man kann fast schon sagen, dass "We Bury the Dead" auch eine Charakterstudie ist.

Meine Wertung: [popcorn] [popcorn] [popcorn] von 5 Popcorn-Portionen (wobei ich noch eine Handvoll drauflegen würde)
"A man is rich in proportion to the number of things which he can afford to let alone.”
- Henry David Thoreau
Antworten

Zurück zu „Horror & Fantasy“